Freitag, 31. März 2017

Honda Stromgenerator EU 10i mit 900 VA Leistung. Geeignet auch für empfindliche elektronische Geräte.

Technische Daten

  • Produkt:
    Stromgenerator
  • Hersteller:
    Honda
  • Typ:
    EU 10i (900 VA)
  • Kaufdatum:
    20.10.2015
  • Gewicht:
    13 kg
  • Abmessungen:
    451 x 242 x 379 mm (L x B x H)
  • Preis:
    1.049,00 €

Kaufgrund

Auf dem großen Dach meines Wohnmobils sind vier Solarzellen mit jeweils 195 Watt untergebracht. Das macht zusammen eine Leistung von 780 Watt.

Dennoch: In den lichtschwachen Monaten der kalten Jahreszeit von ca. Mitte/Ende Oktober bis ca. Ende Februar, reichen auch diese nicht zur Deckung meines gesamten Strombedarfs aus. So musste ich in der Vergangenheit hin- und wieder meinen 6-Liter Dieselmotor laufen lassen, um mit Hilfe der Lichtmaschine und eines zusätzlichen Ladewandlers den nötigen Strom zu erzeugen.

Da mein Wohnmobil in der Vergangenheit nur gestanden ist, war das eine gute Gelegenheit, den Motor nicht einrosten zu lassen, jedoch hätten dafür 30 Minuten pro Monat auch ausgereicht. So lief der große Motor jedoch öfter im Monat mehrere Stunden am Stück und erzeugte neben Strom auch Lärm und ordentlich Abgase.

So überlegte ich, ob es nicht besser wäre einen Stromgenerator anzuschaffen, weil dieser leiser und spritsparender arbeiten würde. Wie immer bei großen Anschaffungen, ging diese Phase über mehrere Wochen bzw. Monate hinweg und ich entschied mich schließlich für den Honda EU 10i.

Damals spielte ich zwar schon mit dem Gedanken einmal in den Süden zu fahren, der Entschluss dazu stand aber zu dieser Zeit noch nicht fest. Anderenfalls hätte ich höchstwahrscheinlich auf die Anschaffung verzichtet.

Dass es der (vermutlich) teuerste Stromgenerator geworden ist, hat überwiegend folgende Gründe:

  1. Das ganze Wohnmobil wurde unter dem Aspekt entworfen möglichst lange autark stehen zu können.
  2. Ich wollte sicher sein, dass meine elektronischen Geräte keinen Schaden erleiden.
  3. Sollte einmal mein Wechselrichter ausfallen, so könnte ich mein Brot übergangsweise mit dem Stromgenerator backen.

Zu 1.: Lange überlegt ich, ob es nicht ein Zipper oder Kipor auch tun würde. Insbesondere von Kipor las man überwiegend Gutes. Vor allem sollte ein Umtausch bei einem defekten Gerät kein Problem sein. Doch, was nützt es mir, wenn ein defektes Gerät problemlos umgetauscht wird, auf das ich aber angewiesen bin? Daher dachte ich mir, es sei besser, deutlich mehr Geld auszugeben und die Wahrscheinlichkeit eines Umtauschs so zu reduzieren. Bisher ging diese Rechnung auch auf.

Zu 2.: Ein billiges Gerät, wie ich es früher für Notfälle einmal für weniger als 100,- Euro gekauft hatte, kam nicht noch einmal in Frage, weil es bei solchen Geräten Glückssache ist, ob die daran angeschlossenen elektronischen Geräte funktionieren. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass sie sogar kaputt gehen. Bei Honda war ich mir sicher, dass es kein Problem sei, mein altes Notebook bzw. meinen teuren Brotbackautomat zu betreiben. Angenommen bei einem preiswerteren Gerät, das keine saubere Sinusspannung liefert, ginge z. B. der Brotbackautomat kaputt. Dieser hat damals über 200,- Euro gekostet und so wäre diese Investition verloren gegangen. Daneben hätten noch weitere Geräte Schaden leiden können und dieses Risiko war mir einfach zu hoch. Im Endefekkt hätte ich dann nicht nur nichts gespart, sondern müsste Ersatzgeräte kaufen, wofür ich zu dieser Zeit kein Geld hatte.

Zu 3.: Seit vielen Jahren backe ich mein Brot selbst. Dazu schaffte ich eine Getreidemühle (400 W) und den bereits erwähnten Brotbackautomat (550 W) an, die beide auf 230 V laufen. Sollte nun einmal mein 1000 W Sinuswechselrichter ausfallen, so könnte ich mit Hilfe des Stromgenerators dennoch eine saubere 230 V Spannung erzeugen und so die Zeit bis zur Beschaffung von Ersatz problemlos überbrücken, ohne Angst haben zu müssen, dass ausgerechnet zu dieser Zeit auch noch der Generator ausfallen würde (was bei einem preiswerteren Gerät durchaus passieren kann).

Jemand riet mir, lieber die größere Version mit rund 1600 VA zu kaufen, allerdings kam das für mich nicht in Frage. Zum einen hatte ich nicht so viel Geld und zum anderen wäre das Gerät deutlich größer und schwerer gewesen. Außerdem brauche ich den Generator in erster Linie zum Laden meiner Aufbaubatterie und dafür ist auch die 900 VA-Version leicht ausreichend.

Warum werden die Werte in VA und nicht in W angegeben? VA ist das Ergebnis aus Spannung mal Strom (U mal I, bzw. Volt mal Ampere). Das ist die rechnerische Leistung des Geräts - mehr geht nicht. Welche tatsächliche Leistung der angeschlossene Verbraucher davon bekommen kann, hängt von der Art des Verbrauchers ab. Bei einer rein ohmschen Last (z. B. einer Heizung) kann man grob sagen, dass VA = W sind, weil bei dieser Art von Verbrauchern keine Blindleistung transportiert werden muss.

Was ist denn eine Blindleistung? Das ist die Leistung, die zwar zwischen Stromgenerator und Verbraucher auf der Leitung hin- und her pendelt, jedoch nicht verbraucht wird. D. h. sie wird zum Betrieb von z. B. induktiven Lasten (Motoren) benötigt, damit sich der Motor drehen kann, der Motor verbraucht aber diese Leistung nicht.

Weil ein Motor ein Vielfaches seiner Leistung zum Anlaufen benötigt, muss im Falle eines direkt an den Stromgenerator angeschlossenen Motors besonders auf ein ausreichend dimensioniertes Aggregat geachtet werden. Hier kommt dann auch die maximale Leistung des Stromgenerators zum Tragen. Diese beträgt beim Honda Eu 10i 1000 VA für maximal 30 Minuten. Diese darf auch während des Anlaufens nicht überschritten werden, sonst kann es passieren, dass der Generator automatisch abschaltet oder im schlimmsten Fall beschädigt wird.

Verarbeitung

Honda zählt zu den Topmarken unter den Stromgeneratoren und so war die Erwartung an die Qualität sehr hoch. An der Verarbeitung ist auch nichts auszusetzen, jedoch war ich etwas enttäuscht über den Geräuschpegel. Als "superleise" kann ich den Stromgenerator nicht bezeichnen. In unmittelbarer Nähe ist schon ein störendes Geräusch, ähnlich eines Mopeds, zu vernehmen (wenn auch nicht so laut). Auch die Abgase duften natürlich nicht nach Rosen. Mit zunehmenden Abstand wird das Gerät aber deutlich leiser.

Bei mir stand der Generator direkt unter dem Eingang und da ich auch sehr gut höre, muss man diesen Eindruck etwas relativieren. Ich überlegte noch den erhältlichen Abgasschlauch anzuschaffen, um den Geräuschpegel dadurch eventuell etwas zu mindern, allerdings war mir dieser mit rund 100,- Euro deutlich zu teuer und so lies ich es bleiben.

Was mir noch negativ aufgefallen ist, sind die brutal festgezogenen (verklebten?) Schrauben an der Front. Beim Saubermachen ist mir einmal ein Stück Küchenpapier in das Innere des Generators gefallen und ich konnte es auch mit viel Geduld nicht wieder herauspobeln. Da ich die Befürchtung hatte, es könnte sich beim nächsten Gebrauch entzünden oder anderweitigen Schaden anrichten, blieb mir nichts anderes übrig, als das Gerät zu öffnen (vor Ort gab es keinen Support für Hondageräte und da ich das Gerät ja benötigte, schickte ich es nicht ein).

Doch die vier Schrauben an der Frontseite waren so festgezogen, dass ich sie nicht auf bekam und dabei eine Schraube beschädigte. Jemand mit mehr Kraft hat es dann doch noch geschafft, alle vier Schrauben zu lösen und so konnte das Papier entfernt werden. Natürlich müssen alle Schrauben fest angezogen sein, weil der Generator im Betrieb vibriert, allerdings war das für meinen Geschmack doch stark übertrieben.

Praxiserfahrung

Der Generator lief bei mir im Winter 2015/2016 zwölf Mal mit insgesamt 50,5 Betriebsstunden. Das erste Mal wurde er am 21.10.2015 für 4,5 h in Betrieb genommen. Das letzte Mal am 23.02.2016 für 5 h. Zwischendurch hatte ich auch die Möglichkeit kostenlos Strom von einem großen Dieselstromgenerator zu beziehen, so dass die Anzahl dadurch verringert wurde. Ohne Landstrom schätze ich, wäre er 15 bis 20 Mal gelaufen.

Der Generator sprang problemlos mit normalem Kraftaufwand an, was bei anderen Geräten keine Selbstverständlichkeit ist.

Zur Vermeidung von Benzingeruch beim Lagern des Geräts im Wohnmobil, kaufte ich noch eine Transporttasche von Hindermann , die wirklich super stabil ist und eben auch den Benzingeruch unterbindet.

Zur Außerbetriebnahme am 23.02.2016 lies ich ihn komplett leer laufen und entfernte den Resttreibstoff aus dem Vergaser gemäß der Bedienungsanleitung. Seit dem steht er ungenutzt in meinem Wohnmobil, weil ich im Oktober 2016 nach Spanien gefahren bin und dort immer genügend Strom über meine Solarzellen bekomme.

Videos

Hier ein paar Videos zum Honda EU 10i Stromgenerator, die ich auf Youtube gefunden habe. Im ersten Video wird sehr anschaulich die Geräuschkulisse wiedergegeben, die ich für meinen Generator so bestätigen kann:

Wer großen Wert auf einen niedrigen Geräuschpegel legt und weder Kosten noch Mühen für eine Lärmschutzbox scheut, dem wird hier am Beispiel des großen Bruders EU 20i gezeigt, wie er sich so eine Box selber bauen kann (Gewinn ca. 10 dB):

Falls Du Englisch kannst, zeigt Dir Honda in einem Werbevideo eine allgemeine Übersicht über seine Stromgeneratoren:

Preis-/Leistungsverhältnis

Für mein Empfinden ist der Preis für ein Gerät, das schon so lange auf dem Markt ist und in hohen Stückzahlen verkauft wird, deutlich zu hoch. Eine unverbindliche Preisempfehlung von maximal 699,- Euro wären meiner Ansicht nach gerechtfertigt. Für 599,- Euro bekommt man ein vergleichbares Gerät von Kipor , allerdings mit der doppelten Leistung.

Vorteile

  • Saubere Sinusspannung zum Betrieb auch empfindlicher elektronischer Geräte
  • Zuverlässiges Qualitätsprodukt von Honda
  • Relativ leise
  • Eco-Modus (Sparschaltung, Leistung ist von der aktuellen Last abhängig)
  • Extra Ausgang für 12 V
  • Auch als noch leisere Gasversion erhältlich (deutlich teurer)
  • Paralellschaltung mehrerer Generatoren mit speziellem Kabel möglich
  • Zubehör erhältlich
  • Weltweites Servicenetz
  • Hoher Wiederverkaufswert

Nachteile

  • Stolzer Preis
  • Kein Betriebsstundenzähler integriert
  • Für den direkten Betrieb von leistungsstarken Geräten etwas zu schwach
  • Aufgrund eines fehlenden, elektrischen Starters für Menschen mit Behinderung nicht geeignet

Fazit

Wer beruflich auf ein zuverlässiges Gerät angewiesen ist und ein Ausfall des Generators einen Verdienstausfall nach sich ziehen würde, macht mit einem Honda nichts verkehrt. Bei den stolzen Preisen ist es aber eine Überlegung wert, ob man sich nicht lieber zwei Geräte von Kipor anschafft (sofern Platz vorhanden ist) und so einen eventuellen Ausfall bis zur Reparatur selbst überbrücken kann.

Wer einen Stromgenerator nur für sein Hobby benutzt, der kann auch zu einem preiswerteren Gerät greifen, sollte aber dennoch darauf achten, dass es kein Billiggerät ist, sondern eine saubere Sinusspannung liefert.

Ein Billiggerät hat meiner Ansicht nach nur dort seine Berechtigung, wo man mit Geräten ohne Elektronik arbeitet und das auch nur gelegentlich, bzw. für einen bestimmten Zeitraum (z. B. Renovierungsarbeiten).

Download

Honda EU 10i Bedienungsanleitung.pdf

MD5 Prüfsumme

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Für weitere Informationen siehe FAQ

Hinweise

In die Bewertung fließen der Preis und der Support nicht mit ein. Es wird das reine Produkt bewertet. Manche müssen auf den Preis keine Rücksicht nehmen, andere wiederum haben nie Kontakt mit dem Support.

Diese beiden Punkte sind daher für die Qualität des Produktes nicht maßgebend und wurden weggelassen. Auch aus dem Grund, weil der Autor oft keinen Kontakt zum Support hatte und ihn daher nicht bewerten kann.

Bei angegebenen Preisen handelt es sich in der Regel um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht um den Preis zum Zeitpunkt des Kaufes.

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