Freitag, 21. April 2017

Der Windgenerator Slientwind von der Firma RULIS ELÉCTRICA (vormals SPRECO LDA) aus Portugal, macht einen hochwertigen Eindruck und kann Dank Hybridladeregler auch noch die Energie eines Solarpanels verarbeiten.

Technische Daten

  • Produkt:
    Silentwind Windgenerator
  • Hersteller:
    RULIS ELÉCTRICA LDA.
  • Typ:
    24 V / 400 W
  • Kaufdatum:
    18.02.2011
  • Gewicht:
    6,8 kg
  • Abmessungen:
    680 x 1170 x 1156 mm (L x B x H)
  • Preis:
    1.545,00 €

Kaufgrund

Als ich 2009 erkannte, dass das Finanzsystem einem Zusammenbruch nahe ist, habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich einen längeren Systemausfall möglichst gut überbrücken könnte.

In der Zeit, in der ich in Deutschland auf dem Land wohnte, machte ich die Beobachtung, dass es bei Sonnenschein oft windstill ist und bei Regen, bzw. schlechtem Wetter ein Wind weht.

Somit wäre eine Kombination aus Solarzellen und Windgenerator ideal, dachte ich. Ich kaufte zunächst teure Dünnschichtsolarzellen, die jedoch nicht den Erwartungen entsprachen und meinen damals schon relativ geringen Strombedarf dennoch nicht decken konnten.

Also schaffte ich mir 2011 für den Notfall zusätzlich den damals noch recht neuen Windgenerator "Silentwind" in der 24 V-Version an (gibt es auch als 12 V-Version ).

An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich zu dieser Zeit noch kein Wohnmobil hatte und die Anschaffung daher für den stationären Betrieb auf einem am Boden verankerten ca. 8 Meter hohen Mast geplant war.

Verarbeitung

Als ich las, dass der Hersteller in Portugal ansässig war, hatte ich bezüglich der Qualität des Windgenerators so meine Bedenken.

Nachdem ich ihn jedoch in meinen Händen hielt, wurden diese Bedenken schnell ausgeräumt. Der Generator selbst und vor allem die drei Rotorblätter aus blauem Karbon, die alle handgefertigt sind, machen einen äußerst hochwertigen Eindruck.

Wenn man berücksichtigt, dass die Firma inzwischen über 30 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Windgeneratoren hat, so ist das auch nicht weiter verwunderlich. Heute weiß ich zudem, dass die Firma unter deutscher Leitung steht.

Praxiserfahrung

Wie wir inzwischen alle wissen, ist das Finanzsystem bisher noch nicht zusammengebrochen. Daher kam der Windgenerator lange Zeit nicht zum praktischen Einsatz.

Im Frühjahr 2013 begann ich mit dem Ausbau eines LKWs zum Wohnmobil und wollte auch den Windgenerator, den ich ja bereits hatte, mit verwenden.

Es erwies sich jedoch als schwierig einen geeigneten Ort zur Befestigung des Generators samt Mast zu finden, der auch noch relativ leicht zu montieren bzw. demontieren sein sollte.

Ich fand nach längerem Tüfteln und einem Fehlschlag schließlich eine Lösung, bei der der Generator fest auf dem Mast montiert bleiben kann und ich nur den Rotorteil anschrauben muss, bevor beides zusammen am Wohnmobil montiert wird.

Das hatte zur Folge, dass der Mast nicht sonderlich hoch wurde, weil der Generator im Inneren hochkant transportiert werden musste. D. h. in der Praxis ragte der Generator nicht viel mehr als einen Meter über das Dach meines Wohnmobils heraus (Abstand Dackkante bis zum unteren Ende der Rotorblätter).

Es dürfte diesem Umstand geschuldet sein, dass der Generator bei mir nicht vernünftig betrieben werden konnte. Ich vermute, dass es an Verwirbelungen auf dem Dach lag, dass der Generator immer nur kurz anlief, dann aus dem Wind drehte, um kurz darauf wieder anzulaufen.

Ein sauberer, durchgehender Betrieb war einfach nicht möglich. Daher kam auch kaum Leistung am Laderegler an, denn viel Strom bringt er nur, wenn er wirklich schnell dreht. Man erkennt das gut an der blauen LED an der Unterseite des Generators, die je nach Drehzahl ihre Helligkeit ändert.

Der Generator selbst lief schon relativ leise, allerdings übertrugen sich die Vibrationen sehr stark auf das Wohnmobil, weil der Mast (ein handelsübliches Wasserrohr) direkt am Kofferrahmen befestigt war. Das Geräusch war aufgrund des unruhigen Laufs auch nicht gleichmäßig, was ein Schlafen so gut wie unmöglich machte.

Nach mehreren Versuchen mit dem Generator über einen längeren Zeitraum verkaufte ich diesen letztendlich für 500,- Euro wieder. Der Käufer setzte ihn auf dem Land auf einem hohen Mast ein, jedoch hatte ich nicht mehr nachgefragt, ob er unter diesen Umständen ein besseres Ergebnis geliefert hat (ich vermute doch sehr).

Videos

In dem Video zur Montage fehlt die Information aus der Installationsanleitung, dass man die Rotorblätter möglichst mit einem Drehmomentschlüssel anziehen sollte:

"Das Anzugsmoment beträgt 7 – 8 Nm (dies entspricht einem Gewicht von 7 – 8 kg an einem 10 cm langen Hebelarm, senkrecht zum Hebelarm). Ein zu hohes Anzugsmoment führt zur Zerstörung, oder Schädigung der Rotorblätter. Bei einem zu geringen Anzugsdrehmoment können sich die Rotorblätter lösen."

Die Hintergrundmusik finde ich etwas unpassend, aber das ist Geschmackssache. Wenn sie Dich stört, kannst Du den Lautsprecher stumm schalten, da ohnehin kein Wort gesprochen wird (nur Texteinblendungen).

Der Silentwind Windgenerator im offensichtlich stationären Betrieb:

Preis-/Leistungsverhältnis

Qualität hat ihren Preis, jedoch finde ich diesen schon etwas hoch für den erhaltenen Gegenwert.

Ich kann aber nicht sagen, wie lange der Generator nebst Laderegler seinen Dienst getan hätte. Der Hersteller gibt jedenfalls drei Jahre Garantie, was schon recht ordentlich ist.

Vorteile

  • Sehr hochwertig
  • Hersteller hat 30 Jahre Erfahrung mit Windgeneratoren
  • Gleichzeitiger Betrieb eines Solarpanels am Laderegler möglich
  • Relativ geringes Gewicht (6,8 kg der Generator und 1,1 kg der Laderegler)
  • Generator kann mittels Schalter am Laderegler gebremst werden
  • Rotorblätter handgefertigt

Nachteile

  • Hoher Preis
  • Für mobilen Betrieb aufwändige Montage
  • Im Vergleich zu Solarzellen komplizierte Montage

Fazit

Auch für den Fall, dass der Windgenerator unter anderen Umständen (z. B. höherer Mast) besser laufen sollte, kann ich dennoch nicht dazu raten einen Windgenerator für ein Wohnmobil anzuschaffen.

Alleine der Platzbedarf, sowie die Montage sind klare KO-Kriterien. Der Aufwand lohnt sich einfach nicht. Hinzu kommen der hohe Preis und die Geräuschkulisse.

Für jemand, der sein Wohnmobil überwiegend dazu nutzt im Urlaub in den Süden zu fahren, macht ein Windgenerator noch weniger Sinn, da er immer genug Strom aus Solarzellen gewinnen kann.

Daher ist das Geld wesentlich besser in Solarzellen angelegt. Dazu noch einen hochwerigen MPPT-Laderegler , der mehr aus den Zellen herausholt, als z. B mein einfacher Steca PR 3030 .

Falls man nicht genug Solarzellen verbauen kann, ist die bessere Alternative zu einem Windgenerator ein Stromgenerator. Der macht zwar mehr Lärm, hat aber den Vorteil, dass er immer dann Strom liefert, wenn man ihn braucht.

Abschließend möchte ich noch betonen, dass sich meine Bewertung auf den Einsatz an meinem selbst ausgebauten Wohnmobil bezieht. Bei stationärer Verwendung, bzw. auf einem Boot, wo ein kontinuierlicher Windfluss möglich ist, verdient er vermutlich fünf Sterne.

Download

Silentwind - Windgenerator - Produktbeschreibung.pdf

Silentwind - Windgenerator - Benutzer- und Installationsanleitung.pdf

Silentwind - Windgenerator - Laderegler.pdf

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Hinweise

In die Bewertung fließen der Preis und der Support nicht mit ein. Es wird das reine Produkt bewertet. Manche müssen auf den Preis keine Rücksicht nehmen, andere wiederum haben nie Kontakt mit dem Support.

Diese beiden Punkte sind daher für die Qualität des Produktes nicht maßgebend und wurden weggelassen. Auch aus dem Grund, weil der Autor oft keinen Kontakt zum Support hatte und ihn daher nicht bewerten kann.

Bei angegebenen Preisen handelt es sich in der Regel um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht um den Preis zum Zeitpunkt des Kaufes.

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