Montag, 23. Oktober 2017

Die Marke "Panasonic" verband ich in erster Linie mit Autoradios und war daher etwas überrascht darunter auch Brotbackautomaten zu finden.

Allerdings war das kein Grund von einem Kauf abzusehen, ganz im Gegenteil: Ich hatte die Autoradios in guter Erinnerung und daher keine Bedenken auch einen Brotbackautomat von Panasonic zu kaufen.

Technische Daten

  • Produkt:
    Brotbackautomat
  • Hersteller:
    Panasonic
  • Typ:
    SD-ZB2502
  • Kaufdatum:
    05.06.2012
  • Gewicht:
    8 kg
  • Abmessungen:
    389 x 256 x 382 mm (L x B x H)
  • Preis:
    229,00 €

Kaufgrund

Der Brotbackautomat von Panasonic war nicht mein erster. Mit dem Brotbacken fing ich bereits gut zwei Jahre vorher an. Dafür gab es drei Gründe:

  1. Gesundheit
  2. Sparen
  3. Autarkie

Zu 1.: Brot, bzw. Getreide ist mein Grundnahrungsmittel Nr. 1. Ich esse jeden Tag Brot und seit einiger Zeit auch täglich Haferflocken.

Was man nicht selbst angebaut, bzw. hergestellt hat, von dem weiß man nicht sicher, was es enthält, bzw. wer kennt schon die ganzen E-Stoffe und ihre langfristigen Wirkungen auf unseren Körper?

Klar kann nicht jeder alles selbst anbauen, direkt vom Bauern seines Vertrauens kaufen oder auch alles selbst herstellen. Da ich mobil lebe, fällt das mit dem Anbauen komplett weg. Wie so oft im Leben muss man Kompromisse machen. Das gilt insbesondere für einen Brotbackautomaten, dessen Behälter beschichtet und damit aus meiner Sicht gesundheitlich bedenklich ist.

Dennoch habe ich mir gesagt, dass dies das geringere Übel sei, als ein fertiges Brot zu kaufen. Bei meinem Brot weiß ich genau was enthalten ist:

  • Biomehl (selbst gemahlen)
  • Wasser (Quellwasser, gefiltertes Regenwasser oder gefiltertes Stadtwasser)
  • Ursalz
  • Trockenhefe (z. B. von Lallemand )
  • Optional Körner, z. B. Leinsamen

Die Trockenhefe ist keine Biohefe, weil mir die zu teuer ist. Für ein Brot mit 500 Gramm Mehl reichen 7 Gramm Trockenhefe aus. Die darin enthaltene Chemie mute ich meinem Körper zu. In jedem Fall spare ich das ganze Gift, das in einem herkömmlichen Brot enthalten sein kann, schon einmal ein.


Zu 2.: Vor kurzem kaufte ich 25 kg Bioweizen für 41,73 Euro. Dabei ist das kein günstiger Preis, sondern den hatte ich in einem örtlichen Bioladen extra bestellt.

Bei der Trockenhefe schwanken die Preise erheblich. Die bei Amazon verlinkte Trockenhefe gibt es bereits für knapp 5,- Euro das Pfund, was recht günstig ist. Beim Aldi hier in Portugal habe ich Hefe für 79 Cent für 70 Gramm gesehen (ca. 5,60 Euro für ein Pfund).

In anderen Supermärkten wird dagegen ordentlich zugelangt: z. B. 125 Gramm für 2,99 Euro (= 12,- Euro für ein Pfund) und mehr sind da keine Seltenheit. Die teuerste Hefe bekommt man beim portugiesischen Supermarkt Intermarché . Dort zahlt man für 44 Gramm Trockenhefe bis zu 1,95 Euro, was einem Pfundpreis von 22,15 Euro entspricht.

Mit der Trockenhefe vom Aldi ergibt das in meinem Fall für ein fertiges Brot mit ca. 1 kg folgende Rechnung:

500 Gramm Biomehl: 0,84 Euro

7 Gramm Trockenhefe: 0,08 Euro

Wasser und Salz (geschätzt): 0,03 Euro

Strom: ca. 0,11 Euro

Macht zusammen 1,06 Euro. Die Stromkosten fallen bei mir noch weg, weil ich Solarzellen habe. Ja, die waren auch nicht umsonst, aber das lässt sich schlecht umrechnen. Was aber noch fehlt, sind die Kosten für eine Getreidemühle (für Selbstmahler) und insbesondere für den Brotbackautomaten.

Den von Panasonic habe ich jetzt seit über fünf Jahren im Einsatz, so dass sich folgende, geschätzte Nutzung ergibt:

Pro Monat backe ich gefühlt etwa sechs Brote. Macht von Juni 2012 bis Oktober 2017 ca. 385 Brote. Für den Brotbackautomat habe ich damals 207,62 Euro bezahlt. Das macht 207,62 / 385 = rund 0,54 Euro pro Brot. D. h. mit Stromkosten liegt man bei 1,60 Euro für 1 kg Biobrot ohne Körner.

Die 385 Brote haben mich also ca. 616,- Euro gekostet. Rechnet man bei einem fertig gekauften Bio-Brot mit einem durchschnittlichen Preis von 2,50 Euro pro Kilogramm, so wären das 962,50 Euro gewesen. D. h. die Anschaffungskosten (ohne Getreidemühle) haben sich nach rund 230 Broten amortisiert. In meinem Fall nach einer Nutzungsdauer von ca. 38 Monaten.

Deutlich wird dabei, dass der Automat schon einige Zeit halten muss, damit man überhaupt etwas spart. Wer häufiger Brot backt, bzw. teureres Brot kauft, kommt entsprechend eher in die Gewinnzone.


Zu 3.: 2009 informierte ich mich darüber, wie viel Schulden Deutschland hat und wie das Finanzsystem funktioniert. Beide Themen lassen einen nicht mehr ruhig schlafen und ich machte mir Gedanken, wie man vom System unabhängiger werden kann.

Neben dem Umzug von der Stadt auf das Land, einer (nahezu) wasserlosen Toilette und anderen Dingen, war die Anschaffung eines Brotbackautomaten ein weiterer Schritt in Richtung Unabhängigkeit.

Auch ist es für Menschen, die auf dem Land wohnen, ein Vorteil jederzeit Brot backen zu können, da sie nicht zum Einkaufen fahren müssen, sollte es unerwartet ausgehen.

Verarbeitung

Panasonic hat einen guten Ruf was Qualität angeht und der Brotbackautomat ist auch sehr gut verarbeitet. In über fünf Jahren gab es bisher keinen Defekt.

Auch hat er bereits über 3.500 km in meinem Wohnmobil unbeschadet überstanden (davon viele km Rüttelpiste).

Praxiserfahrung

Ein gutes Brot mit einem Automaten zu backen ist zwar nicht schwer, jedoch muss man erst einmal das richtige Verhältnis der Zutaten herausfinden, bevor es klappt.

Bei mir haben sich folgende Mengen bewährt:

  • ca. 600 Gramm Vollkornbiomehl
  • ca. 500 ml Wasser
  • ca. 2 Teelöffel Ursalz
  • ca. 10 Gramm Trockenhefe

Das Brot backe ich dabei unabhängig von der Mehlart immer mit Programm 13 (bzw. 14 bei Zugabe von Körnern). Ob ein Brot gut geworden ist, sieht man an der Größe und an der Farbe. Ist es schön aufgegangen und hellbraun, so ist es gelungen.

Ist es nicht viel aufgegangen und dann in der Regel auch dunkelbraun, so schmeckt es klumpig oft verbleibt dann der Knethaken in der Backform, anstatt im Brot.

In den fünf Jahren ist es mir einige wenige Male passiert, dass ich vergessen hatte die Trockenhefe einzufüllen. Solche Brote sind zwar noch essbar, aber es kostet schon Überwindung, weil das dann halt wirklich nur ein relativ harter Klumpen ist, der sich auch nur sehr schwer schneiden lässt.

Loch im Brot

Was gewöhnungsbedürftig ist, ist das Loch im Brot, das durch den Knethaken entsteht. Schließlich füllt man alle Zutaten auf einmal in den Brotbackautomaten ein, wählt das gewünschte Programm aus und nach ca. 4,5 Stunden entnimmt man das fertige Brot. Das ist schon eine feine Sache, hat allerdings das erwähnte Loch im Brot zur Folge.

Bei meiner langen Suche nach einem guten Brotbackautomaten, bin ich auch auf einen gestoßen, der den Haken nach dem Kneten nach unten weg klappt, so dass das Loch vermieden wird. Ich weiß nicht mehr den Grund, warum ich mich nicht für diesen entschieden habe, aber so eine Technik ist dann auch anfälliger.

Alternativ könnte man vor dem eigentlichen Backvorgang den Knethaken von Hand aus der Form nehmen. Ich mache das nicht, weil ich das Wasser zum Händewaschen vor und nach der Entnahme sparen möchte und weil mir das zu umständlich ist, den richtigen Zeitpunkt abzupassen.

Mich persönlich stört das Loch nicht weiter. Durch geschicktes Aufschneiden kann man in der Regel verhindern, dass beide Seiten einer Scheibe das Loch aufweisen. D. h. man hat immer eine Seite, die man durchgehend mit einem Aufstrich versehen kann, obwohl die Scheibe dann auch nicht ganz so stabil ist.

Man sollte jedoch darauf achten, dass man den Knethaken nach der Entnahme aus der Form sofort entfernt. Mir ist es anfangs mehrmals passiert, dass ich den Haken vergessen und dann beim Schneiden den selbigen verletzt habe (ist Teflonbeschichtet).

Sauerteigbrot

Sauerteigbrot habe ich noch keines gebacken, soll mit dem Automat aber auch möglich sein. Ich backe eigentlich immer dasselbe Brot. Vor einiger Zeit wechselte ich noch Weizen mit Dinkel ab, aber zurzeit habe ich nur Weizen.

Reinigung

Die Form und der Knethaken lassen sich dank Beschichtung einfach mit einem Lappen und Wasser waschen. Spülmittel ist in der Regel nicht erforderlich.

Warmhaltefunktion

Was mich etwas stört ist das Warmhalten nachdem der Backvorgang beendet ist. Laut Bedienungsanleitung soll das die Dampfkondensation im Laib verhindern, trägt aber auch zur Austrocknung des Brotes bei. Daher achte ich darauf, dass ich zum Backende immer zuhause bin.

Nie mehr Unold

Vor dem Panasonic hatte ich aufgrund der guten Rezensionen im Netz einen Unold Backmeister 68211 gekauft, ihn aber nach kurzem Gebrauch wieder zurück geschickt. Folgende Punkte haben mich bei dem Gerät gestört (Auszug aus meinem Schreiben an Unold):

  • Backt sporadisch nicht zu ende, sondern stoppt willkürlich
  • Macht seit dem 2. Backvorgang ungewöhnlich laute Geräusche
  • Der Einfülldeckel lässt sich nicht öffnen
  • Bricht bei kurzzeitigem Stromausfall das Programm komplett ab
  • Blaues Display ist schlecht zu lesen
  • Gerät ist nicht intuitiv bedienbar
  • Merkt sich das zuletzt eingestellte Programm nicht

Der Panasonic ist dagegen relativ leise, hat ein gut ablesbares Display und hält das Programm bei einem Stromausfall für bis zu 10 Minuten im Speicher. Deutlich hört man dagegen das Öffnen des Zutaten- bzw. Hefefachs, das allerdings nur ein paar Sekunden dauert.


Tipps

  • Wer noch nicht mit dem Backautomat vertraut ist, sollte am Anfang während des Knetvorgangs hin und wieder nach dem Teig sehen, ob er sich gut kneten lässt, oder ob er in Ecken hängen bleibt, bzw. sich um den Knethaken dreht. In diesem Fall ist zu wenig Wasser im Teig und man muss noch etwas hinzugeben.
  • Falls Wasser fehlt, macht sich das auch durch lautere Knetgeräusche bemerkbar, da der Automat mehr Kraft aufwenden muss, um den Teig zu bewegen.
  • Bei einer längeren Zeitvorwahl kann man etwas weniger Wasser zugeben, weil das Mehl dann länger eingeweicht wird, bevor es losgeht.
  • Damit die Kruste nicht so hart wird, kann man unmittelbar nach der Entnahme aus der Backform die Ränder oben mit etwas Wasser benetzen.

Videos

Preis-/Leistungsverhältnis

Qualität kostet Geld. Inzwischen gibt es ein Nachfolgemodell für rund 70,- Euro weniger, so dass man das Preis-/Leistungsverhältnis als "gut" bis "sehr gut" bezeichnen kann.

Vorteile

  • Markenprodukt von Panasonic
  • Sehr robust
  • Rumpf aus Edelstahl
  • 13 Stunden Zeitvorwahl
  • 27 Programme zur Auswahl
  • Hält Programm nach Stromausfall
  • Extra Behälter für Zutaten und Hefe
  • Umfangreiche Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen
  • Extra Knethaken für Sauerteigbrot
  • Leiser als andere Geräte

Nachteile

  • Warmhalten nach Backende
  • Wen es stört: Loch im Brot

Fazit

Ich hoffe, dass der Automat noch ein paar Jahre durchhält. Wenn aber die Zeit für eine Neuanschaffung gekommen ist, wird meine erste Anlaufstelle wieder Panasonic sein.

Von Geräten der Marke "Unold" bin ich jedenfalls auf Lebzeiten kuriert. Eine solche Diskrepanz zwischen fast nur guten Bewertungen und einem in der Praxis so schlecht funktionierendem Gerät hätte ich nicht erwartet.

Ich bin der Typ, der einer Marke treu bleibt, sofern er gute Erfahrungen gemacht hat (siehe z. B. Samsung Galaxy S7 Smartphone) und von einer Marke Abstand hält, falls das Gegenteil der Fall war. Qualität zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es keine Montagsgeräte gibt und man die Qualitätssicherung nicht auf den Kunden auslagert, sondern im Haus vornimmt.

Meinen Brotbackautomaten gibt es inzwischen offenbar nicht mehr als Neugerät zu kaufen. Daher wird es wohl sinnvoll sein, sich gleich das Modell SD-ZB2512KXE anzusehen. Es kostet UVP ebenfalls 229,- Euro ist aber derzeit für knapp 160,- Euro bei Amazon zu haben.

Hinweis: Die Datenangaben von Panasonic und Amazon sind widersprüchlich. Mein Automat verfügt über 27, anstatt 10 Programmen. Panasonic gibt das Gewicht mit 7,3 kg an, Amazon mit 8 und 8,4 kg. In meiner Bestandstabelle habe ich ihn mit 8 kg vermerkt. In der Regel wiege ich alles selbst, es könnte aber auch sein, dass ich diese Angabe von Amazon übernommen habe. Nachwiegen ist zurzeit zu umständlich, da ich ihn auf Schienen montiert habe, die mit der Arbeitsplatte verschraubt sind.

Downloads

Älteres, hier beschriebenes Modell SD-ZB2502

Panasonic - SD-ZB2502 Brotbackautomat - Produktbeschreibung.pdf

Panasonic - SD-ZB2502 Brotbackautomat - Bedienungsanleitung (Deutsch).pdf

Panasonic - SD-ZB2502 Brotbackautomat - Bedienungsanleitung (mehrsprachig).pdf

Neueres Modell SD-ZB2512

Panasonic - SD-ZB2512 Brotbackautomat - Produktbeschreibung.pdf

Panasonic - SD-ZB2512 Brotbackautomat - Bedienungsanleitung (Deutsch).pdf

Panasonic - SD-ZB2512 Brotbackautomat - Bedienungsanleitung (mehrsprachig).pdf

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Hinweise

In die Bewertung fließen der Preis und der Support nicht mit ein. Es wird das reine Produkt bewertet. Manche müssen auf den Preis keine Rücksicht nehmen, andere wiederum haben nie Kontakt mit dem Support.

Diese beiden Punkte sind daher für die Qualität des Produktes nicht maßgebend und wurden weggelassen. Auch aus dem Grund, weil der Autor oft keinen Kontakt zum Support hatte und ihn daher nicht bewerten kann.

Bei angegebenen Preisen handelt es sich in der Regel um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht um den Preis zum Zeitpunkt des Kaufes.

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