Freitag, 24. November 2017

Zwischen Billigrad aus dem Baumarkt und der Luxusvariante von Brompton findet man die Falträder von Dahon.

Nach langem Suchen habe ich mich für das Curve D3 entschieden, das für meine Einsatzzwecke optimal ist.

Technische Daten

  • Produkt:
    Faltrad
  • Hersteller:
    Dahon
  • Typ:
    Curve D3
  • Kaufdatum:
    24.01.2014
  • Gewicht:
    12,4 kg
  • Abmessungen:
    720 x 340 x 640 mm (L x B x H)
  • Preis:
    599,00 €

Kaufgrund

Mit meinem selbst ausgebauten Wohnmobil wollte ich eigentlich wieder als Leiharbeiter durch Deutschland tingeln und es in der Nähe der jeweiligen Baustelle abstellen.

Für Fahrten vom Wohnmobil zur Baustelle und für Einkaufsfahrten war ein Fahrrad vorgesehen. Die meisten Wohnmobile haben hinten einen Fahrradträger montiert, um normale Fahrräder transportieren zu können.

Bei mir ist hinten jedoch der Eingang und einen Fahrradträger wollte ich nach Möglichkeit ohnehin vermeiden. Daher kam nur ein Faltrad in Frage, das sich im Wageninneren verstauen lässt.

Dass es eines von Dahon wurde, liegt daran, dass mir die Räder von Brompton einfach viel zu teuer sind. Dort muss man für jedes Extra kräftig in die Tasche langen, so dass zweitausend Euro und mehr für ein Rad nach Wunsch nichts Außergewöhnlichnes sind.

Das war mir eindeutig zu viel Geld für ein Fahrrad. Auf der anderen Seite war mir klar, dass ein Billigrad für 150,- bis 200,- Euro nicht viel taugt und die Freude daran nicht lange halten würde.

Hinweis: Die angegebenen Maße wurden von mir im gefalteten Zustand gemessen.

Verarbeitung

Die Verarbeitung ist in Ordnung, zumindest bisher kann ich mit der Ausnahme der Speichenbefestigung nichts daran bemängeln (siehe nächstes Kapitel "Praxiserfahrung").

Es macht einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck. Aufgrund des massiven Rahmens wurde ich auch schon gefragt, ob es ein Elektrofahrrad ist.

Praxiserfahrung

Faltmechanismus

Es hat einige Zeit gedauert, bis der (Ent-)Faltvorgang flüssig von statten ging, aber ich denke, das wäre mit einem anderen Faltrad nicht viel anders gewesen. Ist eben Gewöhnungs- bzw. Übungssache.

Zum Falten wird zunächst die Sattelstütze soweit eingefahren, bis sie den Boden berührt. Danach dreht man den Lenker etwas nach vorne und klappt ihn anschließend um.

Nun werden die Pedale eingeklappt, das Rahmenschanier geöffnet und das Rad zusammengeklappt. Dabei ist darauf zu achten, dass das innere Pedal nicht im Weg ist.

Der Mechanismus funktioniert bisher problemlos. Wenn ich mit meinem Wohnmobil längere Zeit an einem Ort stehe, so falte ich das Rad nicht zusammen, sondern klappe nur ein Pedal und den Lenker um. Auf diese Weise stört es mich kaum, wenn es im Gang steht:

Dahon Faltrad im Gang meines Wohnmobils

Lediglich das Heraus- und Hereintragen ist etwas umständlich, liegt jetzt aber nicht an dem Rad, sondern daran, dass meine Türe mit knapp 50 cm Breite relativ schmal ist und eine Einstiegshöhe von gut einem Meter über eine vierstufige Alutreppe zu überwinden ist.

Ganz im Gegenteil: Das Rad hat seinen Schwerpunkt genau vor dem Rahmenschanier, so dass es sich mit nur einer Hand am Rahmen problemlos tragen lässt.

Schaltung

Bereits im Herbst 2008 hatte ich zwei Falträder ausprobiert, die beide keine Schaltung hatten. Das eine war von Strida, das es inzwischen nicht mehr gibt* und mir sehr gut gefallen hat, weil es keine typische Fahrradform, dafür aber einen Zahnriemenantrieb und einen einfachen Faltmechanismus hatte.

Das K.O.-Kriterium war jedoch die schlechte Übersetzung, die es in der Ebene nicht erlaubte konstant gegen einen Widerstand zu treten, was sehr schnell genervt hat. Das ist vielleicht etwas schlecht beschrieben, wenn Du aber ein Fahrrad mit Gangschaltung hast, dann fahre auf Ebener Strecke nur mit dem ersten Gang. So in etwa hat sich das angefühlt. Leider gab es damals noch kein Modell mit Gangschaltung (z. B. das Strida EVO 18 Zoll 3S ), so dass ich es zurückgeschickt habe.

Das andere war ein A-Bike , das es damals noch ohne elektrischen Antrieb gab und ich direkt in England beim Hersteller bestellt hatte. Allerdings bin ich damit überhaupt nicht zurechtgekommen. Die sehr kleinen Räder machen es schwer das Gleichgewicht zu halten und so konnte ich keine 5 Meter fahren, ohne nicht wieder mit den Beinen den Boden zu berühren.


Aufgrund der Erfahrung mit dem Strida stand für mich fest, dass mein Faltrad eine Schaltung haben muss.

Kettenschaltungen sind meiner Ansicht nach anfälliger als Nabenschaltungen, so dass ich nach einem Faltrad mit einer Nabenschaltung suchte.

Die 3-Gang-Nabenschaltung von "Sturmey Archer" arbeitet auch sehr zuverlässig und ist dank der im Lenker integrierten Griffschaltung leicht zu bedienen.

Mit dem 3. Gang erreicht man bei zügigem, aber nicht hektischem Treten gute 20 Kilometer pro Stunde (gemessen mit dem GPS meines S7).

Der 1. Gang ist an längeren, steilen Bergen jedoch für mich etwas zu schwer. Da ich keine gute Kondition habe, steige ich dann meistens ab und schiebe.

Fahreigenschaften

Das Fahrrad lässt sich trotz seiner kleinen 16 Zoll Räder sehr schön und angenehm fahren. Einzig in Kurven ist etwas Vorsicht geboten. Lege ich mich bei gutem Tempo in eine Kurve, so wird das Rad instabil und fängt zu eiern an.

Mit ca. 65 Kilogramm Körpergewicht bin ich noch relativ leicht und obwohl das Fahrrad bis 100 Kilogramm Körpergewicht zugelassen ist, würde ich nicht empfehlen sich damit in eine Kurve zu legen.

Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Eigentlich ist alles gut verarbeitet und der Rahmen macht einen sehr stabilen Eindruck. Vielleicht kommt es vom Lenker? Normales Kurvenfahren ist dagegen kein Problem.

Die Sitzhöhe ist für meine 1,82 Meter ausreichend. Laut Herstellerangaben ist es für Menschen bis zu 1,88 Metern geeignet.


Bisher ist es mir zweimal passiert, dass ich einen Platten gefahren habe. Die Schläuche halten offenbar nicht sehr gut die Luft, so dass diese auf holprigen Wegen langsam entweicht.

Ab einem gewissen Punkt ist so viel Luft entwichen, dass der Schlauch zu sehr auf die in der Felge montierten Speichenschrauben gedrückt wird. Da diese zwar nicht scharfkantig, aber doch ziemlich eckig sind und ca. zwei Millimeter in das Innere hineinragen, drücken sie bei Belastung trotz einer schützenden Gummischicht über den Speichenschrauben ein Loch in den Schlauch.

Ich hatte daher schon zweimal das Vergnügen eine Schlauchreparatur vornehmen zu dürfen. Der Aus- und Einbau des Hinterrads verlief dabei aber problemlos.

Das Hinterrad fülle ich mit 2,5 bis 3,0 bar, das Vorderrad mit ca. 2,5 bar. Darunter fühlt es sich nicht sonderlich hart an.

Bremsen

Das Rad verfügt vorne wie hinten über gut funktionierende Felgenbremsen, die gut greifen und keine Geräusche während der Fahrt verursachen. Auch sind die Belege bisher nicht verhärtet.

Kette

Irgendwo hatte ich gelesen, dass eine Fahrradkette vom Hersteller bereits geschmiert ist und man das nicht nachholen sollte, weil sich sonst durch das Öl bzw. Fett nur Dreck festsetzt und es dadurch zu einem vorzeitigen Verschleiß kommt.

Außer etwas Silikonspray hat die Kette daher auch noch kein Öl/Fett gesehen, läuft aber immer noch einwandfrei.

Zubehör

Das Fahrrad hat keine Beleuchtung, nur hinten einen roten Reflektor. Daher kaufte ich noch je ein Licht für vorne und eines für hinten (mein Modell hat nur 1 LED, sieht sonst aber identisch aus).

Auch eine Klingel musste ich extra kaufen und natürlich ein gutes Schloss . Das schöne an diesem Schloss ist die weiche Ummantelung, die sich angenehm anfühlt und das Rad vor Beschädigungen schützt. Es lässt sich sehr gut und platzsparend um die Sattelstütze wickeln:

ABUS Fahrradschloss Catena 685/75

Über einen Gepäckträger verfügt das Rad von Haus aus, der auch stabil und sehr praktisch ist. Einzig die Spanngummilösung ist etwas umständlich. Diese lässt sich nur sehr begrenzt dehnen, so dass der Gummi um den Gepäckträger gewickelt werden muss, um je nach Gepäckstück ein brauchbares Halteergebnis zu bekommen. Und zu sperrige Gegenstände sollten auch nicht transportiert werden, denn sonst stößt man beim Treten mit den Füßen daran.

Mit dem Kauf meines S7 kam noch ein universeller Handyhalter dazu. Dieser ist nicht für Fahrräder gedacht und so bastelte ich aus einer alten Handyfahrradhalterung einen Adapter. Der Halter ist nicht schlecht, jedoch klemmt er das Handy nur von der Seite ein.

Für den Fahrbetrieb auf der Straße ist das auch ausreichend. Im Gelände oder auf Kopfsteinpflaster sind die Klemmkräfte jedoch zu schwach, so dass das Handy mit der Zeit nach unten rutscht und die Gefahr besteht, dass es auf die Straße fällt.

Als weiteres Zubehör kaufte ich eine Fußluftpumpe von Lezyne , allerdings ist sie mit dem mitgeliefertem Adapter für das Hinterrad kaum zu gebrauchen.

Für das Vorderrad geht sie relativ gut, aber bedingt durch die Nabenschaltung bleibt bei einem 16-Zoll Rad nicht viel Platz, um die Luftpumpe ansetzen zu können. Der Adapter lässt sich nur schwer aufschrauben und auch wieder entnehmen. Durch das integrierte Ablassventil (wer benötigt so etwas?) bleibt es nicht aus, dass beim Drehen Luft aus dem Reifen entweicht.

Da wäre so ein Winkeladapter schon die weitaus bessere Lösung, den ich mir aber zurzeit nicht bestellen kann, weil Amazon nicht an Postfilialen in Portugal liefert . Ich werde daher versuchen diesen Adapter vor Ort zu bekommen.

Videos

Der Faltmechanismus ist bei vielen Rädern von Dahon gleich gestaltet. Das folgende Herstellervideo zeigt den gleichen Mechanismus meines Rades an einem anderen Modell:

Preis-/Leistungsverhältnis

Ein gutes Fahrrad kostet Geld und Falträder verfügen zudem noch über den aufwändigen Faltmechanismus. Da sind rund 600,- Euro nicht zu viel. Das Preis-/Leistungsverhältnis möchte ich daher mit "gut" bewerten.

Vorteile

  • Angemessener Preis
  • Gute Qualität
  • Integrierter Gepäckträger
  • Zuverlässige 3-Gang Nabenschaltung
  • Gute Bremsen
  • Einklappbare Pedale (nicht überall Standard)
  • Auch mit nur einer Hand gut zu tragen
  • Relativ kleines Packmaß
  • Mit 12,4 kg noch erträgliches Gewicht
  • Ausführliche Bedienungs- und Serviceanleitung in Deutsch

Nachteile

  • In schnellen Kurven instabil
  • Speichenschrauben können bei wenig Luft Platten verursachen

Fazit

Wenn ich Geld im Überfluss hätte, würde ich mir ein Brompton kaufen, weil es meiner Meinung nach das bessere Faltrad ist.

Ich bin jedoch mit dem Dahon voll- und ganz zufrieden. Für Fahrten zum Einkaufen mit einer einfachen Entfernung von bis zu 5 Kilometern, ist es mehr als ausreichend.

Downloads

Die beiden PDF-Dateien gelten für alle Falträder für Dahon, da sie sich nicht auf ein bestimmtes Modell beziehen:

Dahon - Faltraeder - Bedienungsanleitung.pdf

Dahon - Faltraeder - Serviceanleitung.pdf

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Für weitere Informationen siehe FAQ

Hinweise

In die Bewertung fließen der Preis und der Support nicht mit ein. Es wird das reine Produkt bewertet. Manche müssen auf den Preis keine Rücksicht nehmen, andere wiederum haben nie Kontakt mit dem Support.

Diese beiden Punkte sind daher für die Qualität des Produktes nicht maßgebend und wurden weggelassen. Auch aus dem Grund, weil der Autor oft keinen Kontakt zum Support hatte und ihn daher nicht bewerten kann.

Bei angegebenen Preisen handelt es sich in der Regel um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht um den Preis zum Zeitpunkt des Kaufes.

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