Dienstag, 14. November 2017

Für nicht einmal 50,- Euro, erhält man eine gute Heizquelle für bestimmte Einsatzzwecke oder für den Notfall.

Den Ofen gibt es in verschiedenen Größen. Ich beschreibe hier die Version mit einem 5,2 Liter Tank.

Technische Daten

  • Produkt:
    Petroleumheizung
  • Hersteller:
    Tonysun?
  • Typ:
    R95-BMB
  • Kaufdatum:
    12.10.2013
  • Gewicht:
    4,1 kg
  • Abmessungen:
    325 x 325 x 425 mm (L x B x H)
  • Preis:
    45,00 €

Kaufgrund

Mit dem Ausbau meines Wohnmobils begann ich im Frühjahr 2013. Der Ausbau dauerte ziemlich genau ein Jahr und als es im Oktober kälter wurde und der Innenausbau noch nicht fertig war, kaufte ich diesen Ofen mit dem Hintergedanken ihn später als Notheizung weiterverwenden zu können.

Hinweis: Die Höhenangabe bezieht sich auf den ausgefahrenen Korb. Zusammengeschoben hat der Ofen eine Höhe von 345 mm.

Verarbeitung

Der Ofen ist relativ preiswert, dennoch kann man nicht von einem Billigprodukt sprechen. Er macht einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck, obwohl nicht einmal der Hersteller bekannt ist (steht weder auf dem Gerät noch in der Bedienungsanleitung).

Praxiserfahrung

Befestigung

Der Ofen ist für den mobilen Einsatzzweck konstruiert und so ist keine Befestigung vorgesehen. Daher habe ich ihn an drei Punkten mit solchen gebogenen Winkeln an der Auffangschale befestigt:

Petroleumheizung Befestigungswinkel

Wie man diese Winkel bezeichnet, weiß ich nicht. Sie sollten in jedem Baumarkt zu finden sein und halten den Ofen auch befüllt durch die indirekte Verschraubung sehr sicher am Boden.

Heizleistung

Als Heizleistung werden in der Bedienungsanleitung 7800 bis 8900 Btu angegeben, was etwa 2,3 bis 2,6 kW entspricht. Und ja: Der Ofen macht ordentlich warm, allerdings dauert es einige Minuten, bis er seine maximale Heizleistung erreicht hat.

Brennstoff

Hier kommen wir zum größten Nachteil dieses Ofens (und vermutlich jedes anderen, der mit Petroleum betrieben wird): Es darf nur reines Petroleum ohne (Duft)Zusätze verwendet werden, weil es neben ungewöhnlich starker Rußbildung sonst dazu kommen kann, dass der Docht verhärtet und somit unbrauchbar wird.

Ich habe mich bisher daran gehalten und der Ofen läuft daher noch immer mit dem ersten Docht. Gekauft hatte ich das Petroleum von Pelam , da dies das günstigste ist, das ich gefunden habe (ca. 3,- Euro pro Liter).

Tipp: Wer eine Reinigungsfirma in der Nähe hat, der kann dort nach reinem Petroleum fragen, denn das wird auch zum Saubermachen verwendet.

Das Petroleum kann man über einen längeren Zeitraum im Ofen belassen, da es sich nicht oder kaum verflüchtigt.

Füllstandsanzeige

Für den relativ geringen Preis ist die integrierte Füllstandsanzeige ein erwähnenswertes Extra, das bisher problemlos funktioniert und äußerst praktisch ist.

Heizbetrieb

Nachdem reines Petroleum in den Tank eingefüllt wurde, muss man etwas warten, bis sich der Docht damit vollgesogen hat (laut Bedienungsanleitung 10 Minuten). Der Docht wird bis zum Anschlag nach oben gedreht und an mehreren Stellen angezündet, damit er schneller rundum zu brennen anfängt.

Um an den Docht zu gelangen, muss der Glühaufsatz angehoben werden. Das soll mit Hilfe eines dazu angebrachten Griffs erfolgen, was eine etwas hakelige Angelegenheit ist, weil der Aufsatz relativ schwer ist. Er lässt sich in kaltem Zustand aber auch am Gehäuse direkt anfassen und hoch halten.

Hinweis: Der schwarze Drehregler, der den Docht nach oben bzw. nach unten bewegt, lässt sich manchmal schwer drehen (ist eventuell vom Alter des Dochts abhängig). Dann muss man etwas Kraft (keine Gewalt) aufwenden, damit der Docht ganz nach oben kommt.

Nach dem Anzünden rußt der Ofen kurze Zeit etwas, so dass man gut lüften sollte. Für eine ausreichende Frischluftzufuhr ist ohnehin zu sorgen, weil der Ofen die Luft aus dem Raum verbrennt.

"Ist das gute Lüften nicht kontraproduktiv und wirkt der Heizleistung entgegen?" Auf den ersten Blick scheint das so, man darf dabei aber nicht vergessen, dass der Ofen wirklich ordentlich Wärme erzeugt und die Zufuhr von kalter Frischluft hier keine sehr großen Auswirkungen hat.

Man muss auch nicht Fenster und Türen aufreißen, sondern es reicht z. B. ein gekipptes Fenster aus. Bei Bedarf öffnet man das Fenster alle X Stunden für ein paar Minuten ganz.

Hinzu kommt die Strahlungswärme, welche die Möbel in der Umgebung aufheizt und auch für eine angenehme Wärme sorgt.

Kurz gesagt: Die Heizleistung wird durch ständige Frischluftzufuhr nicht wesentlich beeinträchtigt.

Je höher der Docht herausgedreht ist, desto größer ist naturgemäß die Flamme. Im Idealfall, wenn der Ofen richtig warm geworden ist, sieht man keine Flamme mehr, sondern nur noch das Glühen des Heizkörpers.

Das Problem hierbei besteht darin, dass der Ofen bei Erwärmung immer besser heizt, so dass man gezwungen ist, den Docht Schritt für Schritt wieder zurück zudrehen, damit ein Rußen vermieden wird. Das kann einige Minuten in Anspruch nehmen.

Hat der Ofen seine Betriebstemperatur erreicht, ist kein Nachjustieren mehr nötig, sondern der Ofen brennt schön gleichmäßig vor sich hin und erzeugt eine schöne Strahlungswärme.

Kochen

Zum Anzünden muss man den umgebenden Drahtkorb nach oben schieben, anderenfalls kommt man an den Docht nicht hin. Möchte man dagegen etwas auf dem Ofen kochen, so sollte man den Drahtkorb dazu ganz nach unten stellen, damit man möglichst viel Hitze für den Topf bzw. die Pfanne bekommt und auch nicht die Gefahr besteht, dass der Korb von selbst nach unten fährt.

Durch die sehr glatte Oberfläche der Kochplatte sollte der Ofen gerade stehen und aufgepasst werden, dass der Kochtopf nicht herunterrutscht.

Ausmachen

Zum Ausmachen des Ofens dreht man den Docht ganz herunter. Doch aufgepasst: Der Ofen ist damit noch nicht aus. Es dauert noch ein paar Minuten, bis er ganz aufgehört hat zu heizen. Man merkt es, indem man die Hand über die Kochplatte hält.

Geruch

Auch reines Petroleum verbrennt nicht geruchsfrei, jedoch ist die Geruchsbelästigung erträglich und solange man sich in dem beheizten Raum aufhält, merkt man es nach einiger Zeit auch gar nicht mehr.

Kommt man jedoch von draußen herein, so ist deutlich zu riechen, dass hier mit Petroleum geheizt wird. Da ist die Wärme eines Holzofens etwas ganz anderes und nicht zu vergleichen.

Feuchtigkeit

Meinem Empfinden nach erzeugt der Ofen bei der Verbrennung relativ viel Feuchtigkeit, was nicht nur in einem Wohnmobil nicht gewünscht ist. Nach längerem Einsatz spüre ich das in der Atemluft und muss deutlich stärker lüften, als das beim Betrieb meines Holzofens der Fall ist.

Daher ist der Ofen (auch wegen dem teuren Brennstoff) meiner Meinung nach nicht für das dauerhafte Heizen geeignet. Für meinen Ausbau hat er aber sehr gute Dienste geleistet und als Zelt-/Garagenheizung etc. ist er bestimmt auch gut geeignet.

Verbrauch

Den Verbrauch habe ich nicht genau überprüft, halte Herstellerangaben aber immer für recht optimistisch. Ob daher 5 Liter für 17 Stunden ausreichen, ist fraglich.

Ist der Raum aber erst einmal warm, muss der Ofen ohnehin heruntergeregelt werden, so dass der Verbrauch nicht mehr so hoch ist. Die Tankanzeige geht dann auch recht langsam zurück.

Bei Literpreisen von 3,- Euro und mehr für reines Petroleum, ist der Betrieb dieses Ofens ohnehin sehr teuer, egal, ob er nun sparsam ist oder nicht. Daher sollten Kostengründe für die Anschaffung dieses Ofens keine Rolle spielen.

Dichtheit

Der Ofen ist bisher völlig dicht. Der Tank ist seit Monaten noch zu ca. 1/3 gefüllt und trotz etlicher hundert gefahrener Kilometer kann ich nicht feststellen, dass etwas nass geworden wäre.

Videos

In dem folgenden Video wird offensichtlich Duftpetroleum verwendet, was zunächst gut funktioniert. Allerdings wird der Ofen damit nicht über längere Zeit laufen, sondern der Docht kaputt gehen.

Preis-/Leistungsverhältnis

Sieht man einmal von dem teuren Brennstoff ab, so ist das Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut. Den Ofen habe ich seit 2013 und er funktioniert noch immer. Ich habe ihn noch nicht einmal von innen gereinigt.

Vorteile

  • Preiswert
  • Solide verarbeitet
  • Hohe Heizleistung
  • Füllstandsanzeige
  • Kochgelegenheit
  • Zum Transport oder zur Lagerung zusammenschiebbar

Nachteile

  • Brennstoff sehr teuer
  • Während der Aufheizphase mehrfaches Nachjustieren erforderlich
  • Regelung für den Docht u. U. schwergängig
  • Bedienungsanleitung in Englisch

Fazit

Für gelegentliches Heizen, z. B. in der Garage oder in einem größeren Zelt, bzw. wie in meinem Fall in einem Kofferaufbau zum arbeiten, oder auch als Notheizung ist der Ofen bestens geeignet.

Zum dauerhaften Heizen in einem Wohnmobil taugt er jedoch nicht so gut, weil der Brennstoff zu teuer ist und der Ofen zu viel Feuchtigkeit produziert.

Downloads

Tonysun - Petroleumofen mit 5 Litertank - Bedienungsanleitung (Englisch).pdf

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Für weitere Informationen siehe FAQ

Hinweise

In die Bewertung fließen der Preis und der Support nicht mit ein. Es wird das reine Produkt bewertet. Manche müssen auf den Preis keine Rücksicht nehmen, andere wiederum haben nie Kontakt mit dem Support.

Diese beiden Punkte sind daher für die Qualität des Produktes nicht maßgebend und wurden weggelassen. Auch aus dem Grund, weil der Autor oft keinen Kontakt zum Support hatte und ihn daher nicht bewerten kann.

Bei angegebenen Preisen handelt es sich in der Regel um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, nicht um den Preis zum Zeitpunkt des Kaufes.

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