Dienstag, 22. November 2016

Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in der Gemeinde von Valencia treibt mich die nächtliche Kälte weiter in den Süden.

Autobahnen und Landstraßen

Meine Navigationssoftware auf meinem Smartphone habe ich so eingestellt, dass Mautstraßen gemieden werden. Dennoch waren die kostenlosen Autobahnen in der Regel in gutem Zustand. Das Fahren war in dieser Hinsicht angenehm, weil wenig Verkehr war und man zügig voran kam.

Ja, ich hatte es eilig, nicht nur, weil es mir zu kalt war, sondern wegen meiner kleinen Nervensäge. In Deutschland hat sich mein kleines Kätzchen an alle lauten Geräusche in seiner Umgebung gewöhnt und ich unterlag dem Irrtum, dass es sich an das Fahren im LKW auch gewöhnen würde.

Aber nein, jedes Mal dasselbe Theater: Nach dem Einsteigen will sie wieder aussteigen und nach Fahrtbeginn fängt ein Dauerklagen an, das (von kleinen Unterbrechungen abgesehen) in der Regel 1-2 Stunden anhält. Danach ist längere Zeit Ruhe, bis es wieder weitergeht.

Kätzchen liegt auf dem Erdboden zwischen Gras

Zwischendurch krabbelt sie im ganzen Fahrerhaus umher (manchmal auch zwischen den Pedalen). Zeitweise sitzt sie auf meinem Schoß und während ich sie streichle ist sie auch wieder ruhig. Oft verkriecht sie sich aber auch unter den Beifahrersitz und klagt von dort weiter oder schläft.

Ich dachte nach spätestens 500 km ändert sich das, aber inzwischen bin ich über 3.000 km mit ihr gefahren und sie protestiert noch immer. Das konnte ich vorher schlecht ausprobieren, da mein LKW in Deutschland abgemeldet war und nur gestanden hatte.

Anderenfalls hätte ich sie bei meiner Tante untergebracht, die sich auch bereit erklärt hat sie bei Bedarf aufzunehmen. Da das kleine Würmchen aber schon 4 Jahre bei mir war und ich es in mein Herz geschlossen hatte, war es für mich auch nicht leicht sie herzugeben, insbesondere, da ich nicht wissen konnte, dass sie sich an das Fahren nicht gewöhnen würde.

Aktualisierung vom 17.05.2017: Die Fahrt nach Portugal (rund 400 km von Tarifa aus), war mein Kätzchen ein kleiner Engel. Klar wollte sie wieder aussteigen, aber nachdem ich losgefahren bin, legte sie sich stillschweigend auf den Beifahrersitz und blieb dort liegen.

Erst, als ich den Wagen bei einer Mautstelle abstellte und verließ, wollte sie auch aussteigen, machte aber kein Theater, als ich ihr das verwehrte.

Auch die restliche Fahrt über blieb sie stundenlang auf dem Beifahrersitz liegen, bzw. putzte sich zwischendurch. Erst als gegen 17:30 Uhr die Sonne komplett auf den Sitz schien, verkrümelte sie sich lautlos nach unten an den Eingang der Fahrertür und blieb auch dort ruhig liegen.

Woher diese plötzliche Veränderung kommt, kann ich nicht sicher sagen. Der einzige Unterschied zu sonst war, dass ich ihr Katzenklo vorne mit rein gestellt habe und von dem sie auch Gebrauch gemacht hat.

Die anderen Male hatte ich den Transportkorb rein gestellt, den sie aber kaum genutzt hat. Ich meine aber, dass ich ganz am Anfang auch das Katzenklo vorne dabei gehabt habe, bin mir aber nicht mehr sicher.

Falls es daran liegen sollte, so wäre ich nicht von selbst darauf gekommen, weil sie nach dem Aussteigen nicht sofort auf Toilette wollte, es also nicht gedrückt hat. Bei den erwähnten 3.000 km habe ich in der Regel nach spätestens vier Stunden eine Pause gemacht und ihr auch Gelegenheit gegeben auf Toilette zu gehen, was sie nur hin und wieder in Anspruch genommen hat. Ich habe es nur diesmal mit hinein gestellt, weil sie mir bei der letzten, relativ kurzen Fahrt, zweimal ins Fahrerhaus gemacht hat.

Ich dachte, dass es Protest gegen das Fahren war, aber vielleicht musste sie tatsächlich nur auf Toilette. Die Toilette bleibt jetzt während der Fahrt immer vorne drin und ich werde erneut berichten, sollte sich ihr Verhalten wieder ändern.

Aktualisierung vom 29.05.2017: In der Zwischenzeit bin ich mit ihr erneut zwei längere Strecken von ca. einer Stunde Dauer gefahren und sie hat wie früher gegängelt. Die Toilette war zwar wieder im Fahrerhaus und sie benutzt diese auch gleich nach Fahrtbeginn, aber die Ursache für das Gängeln war die früher fehlende Toilette leider nicht.

Ganz so schlimm, wie sonst habe ich es nicht empfunden, aber vielleicht habe ich mich auch schon daran gewöhnt. Richtig nervend bzw. auch gefährlich wird es, wenn ich mit dem LKW brenzlige Situationen zu bewältigen habe. Wenn sie in diesen Momenten permanent schreit, dann schreie ich schon einmal zurück, damit ein paar Minuten Ruhe herrscht und ich mich wieder konzentrieren kann.

Einmal hatte ich sie in ihren Katzenkorb gesperrt und im Bad in die Duschkabine gestellt, weil ich eine sehr anstrengende Woche mit sehr wenig Schlaf hinter mir hatte und ich in Ruhe fahren wollte (ca. eine Stunde).

Klar hat ihr das nicht gefallen und sie hat sich lautstark beschwert, als ich sie wieder heraus gelassen habe, ich hatte jedoch nicht den Eindruck, dass ihr das geschadet hat. Zumindest zeigte sie danach kein geändertes Verhalten und war auch nicht böse mit mir.

Da ich sie aber sehr lieb habe, möchte ich ihr das normalerweise nicht zumuten, so dass das ein Ausnahmefall war.

Im Gegensatz zu den Autobahnen sind die Landstraßen sehr oft in furchtbarem Zustand. Es gibt auch in Deutschland schlechte Landstraßen, aber die Spanier übertreffen sie mit Leichtigkeit.

Eine feste Bankette sucht man in der Regel vergebens. Meist ist der Rand der Straße schon bröselig und dann geht es gleich einmal 50 cm abwärts, oft auch mehr. Auf kleine Sprungschanzen, sowie brutalste Schlaglöcher muss man immer gefasst sein. Warnschilder, die auf unebene Fahrbahnen hinweisen, sollte man besonders ernst nehmen.

Reifenteile am Fahrbahnrand

Auf dem Weg nach Andalusien ist es mir so extrem aufgefallen, dass ich mich etwas ärgere keine Dashcam zu haben, die das (und anderes) aufgenommen hat. Aber dazu hat mein Geld nicht gereicht, das ich lieber in vier neue Hinterreifen gesteckt habe, worüber ich heilfroh war.

Ca. alle 20 bis 30 Meter lagen neben der Fahrbahn irgendwelche Reifenteile bis hin zu ganzen Gürteln und das auf einer Strecke von vielen Kilometern. Möglich, dass die schon Jahre dort liegen, weil es die Spanier mit dem Umweltschutz nicht so genau nehmen, jedoch habe ich es nicht bereut rund 1.100,- Euro für vier neue Hinterreifen ausgegeben zu haben.

Auch, wenn man einen Reifenplatzer womöglich unversehrt übersteht, so ist das kein Spaß einen schweren LKW-Reifen auf der Landstraße oder der Autobahn zu wechseln. Ich habe in Deutschland meine vier Hinterräder zum Wechseln der Reifen alle selbst von Hand ab- und wieder angeschraubt und weiß daher, welche Arbeit das ist.

Halt im Industriegebiet

Vor Einbruch der Dunkelheit suchte ich nach einem geeigneten Platz zum Übernachten. Ich weiß ja nicht wie andere das machen, aber ich habe extreme Probleme einen geeigneten Stellplatz zu finden. Klar, um mal eben eine Nacht irgendwo zu verbringen, kann man sich fast überall hinstellen, muss man aber Rücksicht auf eine Katze nehmen, die gerne raus geht, so ist das schon schwieriger.

Ich stelle mich daher bevorzugt in Sackgassen von Industriegebieten, die oft auch an Grünflächen angrenzen. Das war bei dem gefundenen Platz leider nicht der Fall und weil es dann noch zwei Tage lang regnete, blieb ich dennoch dort stehen und ließ die Katze im Wagen. Bei schlechten Wetter fahre ich nicht gerne, weil hier die Unfallgefahr steigt und auch das Fahrzeug (vor allem im Eingangsbereich, der hinten liegt) stark verschmutzt wird.

Es ging dann weiter in den Süden und wiederum suchte ich gegen Abends einen Stellplatz. Auch diesmal fand ich nicht das, was ich suchte, konnte mich aber problemlos auf den Festplatz der kleinen Stadt El Secadero hinstellen, der auch Grünflächen hatte.

Leider nutzten die Einheimischen diese Grünflächen, um mit ihren Hunden Gassi zu gehen. Dennoch blieb ich einige Tage, weil ich eine Arbeit mit dem Computer fertig bekommen wollte. Ein Bewohner des Ortes meinte, es wäre kein Problem hier auch länger stehen zu bleiben.

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