Dienstag, 16. Mai 2017

Dass ich über sechs Monate ungestört in Tarifa (Spanien) stehen konnte, war offenbar ein Ausnahme- bzw. Glücksfall.

Hier in Portugal geht es bisher von einem Platz zum Nächsten. Wie ich ja schon früher einmal schrieb, muss ich auf eine kleine Katze (Freigängerin) Rücksicht nehmen, was die Stellplatzauswahl stark einschränkt.

Nächste Station: Loulé

Das Glück auf meinem neuen Stellplatz in Tavira währte nicht sehr lange. Heute gegen 16:00 Uhr stand ein Weib draußen und fragte mich auf Englisch, wie lange ich hier stehen bleiben wollte.

Ich sagte, ich wüsste das nicht, worauf es erwiderte, dass das hier Privatgrund sei und ich hier nicht stehen bleiben kann. Zwei Tage wären kein Problem, aber länger geht leider nicht.

Es beschrieb mir einen öffentlichen Parkplatz ganz in der Nähe, direkt gegenüber der Polizei. Ich sah mir diesen Platz (und andere) dann mit dem Fahrrad an, aber für längere Zeit wäre das nichts gewesen. Der Platz lag direkt an einem Kreisverkehr und auch nicht weit von der Autobahn entfernt (beides nichts für mein Kätzchen).

Nun gut, gleiches Spiel wie zuvor in Spanien: Google Maps aufgeschlagen und den nächsten Aldi herausgesucht. Den in Faro sah ich mir nicht näher an, weil es dort einen Flughafen gibt (ist mir zu laut). Die Parkplätze hinter dem Aldi in Albufeira sahen da schon einladender aus.

Auf dem Weg dorthin, kam ich jedoch durch Loulé und habe dort einen Platz zwischen dem Friedhof und der Feuerwehr entdeckt, auf dem ich nun stehe:

Friedhof in Loulé

Heftig: Meine kleine Katze geht auf zwei große Hunde los!

Irgendwie scheint meiner kleinen Katze die Hitze hier in Portugal zu Kopf gestiegen zu sein, denn sie hat sich kurz nach unserer Ankunft mit zwei Hunden angelegt, gegen die sie meiner Ansicht nach keine Chance gehabt hätte.

Ich ging zufällig aus dem Wagen, als ich rechts meine kleine Katze sah, wie sie die Haare aufstellte und zu fauchen anfing (sie ist wirklich klein und wiegt nur ca. 3 kg).

Links von der Treppe sah ich dann zwei junge, aber keineswegs kleine Hunde. Ein schwarzer mit einem roten Halsband und ein hellbrauner ohne Halsband (zumindest habe ich keines gesehen).

Sie waren völlig friedlich und schauten neugierig auf meine kleine Kampfkatze:

Kleine, übermütige Kampfkatze

Hinweis: Das Bild habe ich erst später gemacht, weil ich keine Zeit hatte das Smartphone zu holen (lag im Wagen). Darauf sieht sie wirklich kampflustig aus, ich kann jedoch versichern, dass es sich um die liebste Katze handelt, die ich je kennengelernt habe.

Ich ging die Treppe hinunter und die Hunde wichen etwas zurück. Nun kommt mir meine Katze mit aufgestelltem Schwanz und Haaren hinterher und geht fauchend an mir vorbei auf die Hunde los!

Diese wichen verunsichert noch etwas mehr zurück, schauten verdutzt drein und wussten nicht recht, was sie machen sollten. Ich allerdings schon: Ich schnappte das fauchende Ungeheuer und verfrachtete es unter Protest in den Wagen. Die Hunde jagte ich dann davon.

Wenn ich mir die Proportionen von meiner Katze im Vergleich zu den beiden Hunden ansehe, dann verhält sich das so, wie wenn ich mit Messern (= Krallen der Katze) bewaffnet auf zwei ausgewachsene Elefanten losgehen würde - keine Chance.

Ich ging dann auch in den Wagen zurück und dort saß sie schimpfend und wollte wieder raus. Ich wartete damit jedoch noch einige Minuten, bis ich glaubte, dass die Hunde auch wirklich weg waren.

Am nächsten Tag fast das gleiche Spiel: Ich hörte draußen etwas fauchen und sah nach. Wieder war der schwarze Hund mit dem roten Halsband da und schaute neugierig auf mein kleines, fauchendes Ungeheuer. Wieder nahm ich es, sperrte es weg und verscheuchte den Hund.

Es ist klar, dass sie nur versucht ihr Territorium (das Wohnmobil) zu verteidigen, aber, dass sie das unter Einsatz ihres Lebens tut, hat mich doch sehr verwundert. Ich möchte es jedenfalls nicht darauf ankommen lassen, sofern ich gerade da bin (denn wenn ich weg bin, sperre ich sie nicht ein, siehe Leichtfertiger Spanier heizt mir mächtig ein).

Kein Aldi, aber Wohnmobilfreundlicher Lidl

Zwar gibt es hier keinen Aldi, jedoch einen Lidl mit kostenlosem WLAN und vorbildlichen Parkplätzen für Wohnmobile und Wohnwagen:

Lidl in Loulé

Hinweis: Die Parkplätze bieten keine Möglichkeit einen Service für das Wohnmobil zu machen. Es gibt kein Frischwasser, keine Ablassmöglichkeit für Abwasser oder Entsorgungsmöglichkeit für Chemietoiletten. Es sind reine Stellplätze.

Nicht weit entfernt auf der anderen Straßenseite gibt es einen Pingo Doce, einen typischen, portugiesischen Supermarkt. Dort holte ich testweise zwei Schälchen Katzenfutter und hoffe, dass mein Kätzchen dies frisst, damit ich nicht extra deswegen zum Aldi fahren muss.

Aktualisierung vom 29.05.2017: Ja, sie frisst das Futter und es ist sogar noch etwas günstiger, als beim Aldi (25 Cent für 100g anstatt 29 Cent beim Aldi).

Es gibt drei Sorten: Rind- und Kalbfleisch (rot), Forellen und Garnelen (rosa) und Huhn mit Truthahn (gelb). Das gelbe frisst sie nicht so gerne und daher kaufe ich nur noch die beiden anderen Sorten.

Die Marke heißt "ActivPet" falls es jemand in einem anderen Supermarkt finden sollte.

Aktualisierung vom 05.09.2017: Inzwischen frisst sie das Futter nur noch widerwillig und lässt es teilweise stehen. Sie bekommt jetzt überwiegend wieder das Futter vom Aldi und nur noch ab und zu das vom Pingo Doce, das ich leider auf Vorrat gekauft habe.

Kleine Stadtbesichtigung

Ich war auch schon mit dem Fahrrad in der Stadt und habe mich dort etwas umgesehen. Aufgefallen ist mir dabei ein ungewohnt blauer Streifen, mit dem Radfahrer angehalten werden in der Mitte der Fahrbahn zu fahren:

Blauer Streifen für Radfahrer

Diese Streifen habe ich nur im Stadtzentrum auf zwei langen Einbahnstraßen gesehen. Der Zweck ist offensichtlich: Er dient der Sicherheit der Radfahrer, damit diese nicht durch riskante Überholmanöver von Autofahrern gefährdet werden.

Weitere Eindrücke aus Loulé:

Rondell mit Palmen

Kommentar zu diesem Beitrag schreiben...

- Einstellungen verbergen -

Dein Kommentar wird anonym als Gast veröffentlicht