Freitag, 12. Mai 2017

Nach dem versuchten Diebstahl meiner Startbatterien am vergangenen Freitag, machte ich mich noch am selben Tag gegen Mittag auf den Weg nach Portugal.

Der Grund war aber nicht der versuchte Diebstahl, sondern die starken Winde, die immer wieder in Tarifa wüten und das deutlich günstigere Internet in Portugal.

Tarifa / Tavira?

Vor dem Ortswechsel war es mir nicht wirklich bewusst, dass es sich bei diesen beiden Städten um ähnlich klingende Namen handelt. Der Grund, warum ich Tavira ansteuerte, war ein ganz banaler: Ich brauchte Katzenfutter vom Aldi, weil mein Kätzchen das der anderen Supermärkte verschmäht.

Also sah ich bei Google Maps nach, wo es den nächsten Aldi in Portugal gab und fand diesen in Tavira .

Rein in die Mautfalle

Für diesen Orts- bzw. Landeswechsel, verwendete ich mein neues Galaxy S7 als Navigationsgerät. Da darauf keine Navigationssoftware vorinstalliert war und ich dachte für Google Maps benötigt man ein Googlekonto, installierte ich die kostenlose App für MapsWithMe .

Ich hatte keine Gelegenheit mehr diese App umfangreich zu testen und übersah dabei, dass es keine Einstellung gibt, um Mautstraßen zu umgehen.

Als ich in Richtung Sevilla fuhr, kam plötzlich ein Schild, das besagte, dass ich auf eine Mautautobahn zufahren würde. "Ok", dachte ich, "kein Problem, bevor diese Autobahn kommt, fahre ich herunter und auf der Landstraße weiter."

Es ging noch eine gefühlte Ewigkeit weiter auf der Autobahn, als ich plötzlich die Zahlstellen vor mir auftauchen sah. Im Vorbeifahren las ich auf einem Schild, dass für einen großen LKW über 14,- Euro fällig seien.

Bisher bin ich gut vorangekommen und möchte, wenn möglich die Mautgebühren sparen, daher störte mich ein kleiner Umweg über die Landstraße nicht und ich nahm die "Ausfahrt" kurz vor den Zahlstellen.

Allerdings war das keine richtige Ausfahrt, sondern es ging ohne Ausweichmöglichkeit in eine andere Richtung, aber ebenfalls nur über eine Mautstelle.

Ich stellte zunächst den Motor ab und holte mein altes Galaxy S1 hervor und startete das darauf installierte CoPilot mit Europakarte. In der App habe ich eingestellt, dass Mautstraßen gemieden werden sollen. Zwar dauerte es über 15 Minuten, ehe das Gerät einen Sateliten fand, doch ohne Alternativroute wollte ich nicht zur manuellen Zahlstelle, um mein Problem zu erklären.

Dort angekommen, sagte ich, dass ich eigentlich nach Sevilla möchte, versehentlich aber hier gelandet sei. "Ja", sagte die freundliche, junge Dame, "das ist kein Problem. Sie zahlen hier 3,50 Euro, fahren um den Kreisverkehr herum und zahlen hier wieder angekommen noch einmal 3,50 Euro."

Ich dachte, ich höre nicht richtig: 7,- Euro fürs Wenden? Sie sah, wie ich verdutzt da stand und fragte mich, ob ich sie verstanden hätte. Ich sagte "Ja, schon, aber das ist doch verrückt".

Mir war klar, dass die Dame, die hier nur angestellt war, darauf keinen Einfluss hat und ging zurück zum Wohnmobil, um die 7,- Euro Wendegebühr für ca. 300 Meter Mautstraße zu bezahlen.

Als ich aber mit meinem Wohnmobil am Terminal angekommen war, zeigte das Display "6,50 Euro" an. Ups, meinte die Dame nun, mein Fahrzeug sei in Klasse 2 eingestuft worden und daher teurer als von ihr angenommen. "Ok", dachte ich mir, "ihr elenden Wegelagerer, für meine 13,- Euro möchte ich schon etwas mehr haben, als 300 Meter von eurer vergoldeten Mautstraße".

Hinter mir stauten sich bereits die Fahrzeuge, aber ich kramte in aller Ruhe in meinem Geldbeutel nach Kleingeld. Während ich noch so kramte, sagte sie plötzlich, dass sie eine Idee habe und suchte nach Papier und Bleistift.

Sie malte dann einen Kreisverkehr auf, der auf den Wendekreisverkehr folgte, den ich nehmen wollte und zeichnete darauf eine Abzweigung nach Sevilla auf, die zur Landstraße führte.

Schwups, hatte ich 7,- Euro in der Hand und bedankte mich für die freundliche Auskunft. Den Rest bis Portugal fuhr ich dann mit dem alten S1 als Navigationsgerät, was mich (mangels Alternative) vor einer weiteren Mautstraße jedoch nicht verschonen sollte.

Grenzkontrollen in Portugal

Die Politik verfolge ich nur flüchtig über den Newsletter von Focus und war eigentlich der Meinung, dass man innerhalb von Europa die Grenzkontrollen abgeschafft hätte. Von Deutschland über Frankreich nach Spanien war das ja auch der Fall.

Kurz vor der Grenze stauten sich jedoch die Fahrzeuge und ich vermutete Schlimmes. Ca. eine Stunde ging es nur kriechend vorwärts, bis ich endlich an den Kontrollen angekommen war.

Der Mann in Uniform fragte mich, was ich befördere und ich sagte, dass das mein Wohnmobil sei. Er fragte nach einem Ausweis, den ich ihm zeigte. Er sah sich diesen kurz an und winkte mich dann weiter.

Nun stand ich das zweite Mal in meinem Leben vor einem Mautterminal, das diesmal jedoch nur mit Kreditkarte zu bedienen war. Also schaltete ich meine Warnblinkanlage ein, denn meine Kreditkarte hatte ich hinten im Aufbau.

Es dauerte nicht lange, dann schob ich meine Kreditkarte in das Terminal, doch sie wurde nicht akzeptiert. Ich probierte es ein zweites Mal, aber es klappte wieder nicht. So drückte ich auf den "I"-Knopf und fragte, warum die Karte nicht akzeptiert wird. Der Mann am anderen Ende der Sprecheinrichtung fragte, ob es eine "Kreditkarte" oder eine "Debitkarte" sei? Ich las laut den Aufdruck "Debit" vor, der auf der vermeintlichen Kreditkarte aufgedruckt war.

Er sagte, dass nur echte Kreditkarten akzeptiert würden. Worauf ich fragte, was ich jetzt tun sollte? Er meinte, ich solle bis zur nächsten Tankstelle fahren und eine echte Prepaidkreditkarte kaufen. Wie und wo ich damit die Mautgebühr bezahlen sollte, überließ er mir.

Ich finde das ohnehin etwas komisch: Man fährt an eine Zahlstelle, weiß nicht genau wofür und vor allem wie viel man bezahlen muss, sondern soll einfach seine Karte in den Schlitz stecken.

Nun gut, ich fuhr also ohne zu bezahlen weiter und hielt Ausschau nach einer Tankstelle. Da ich ja nach Tavira wollte und ich kurz nach der Mautstelle die Autobahn daher verließ, klappte das mit der Tankstelle nicht.

Unfreundliche Begrüßung in Portugal

In Richtung Tavira war die Landstraße zunächst sehr holprig und ich fuhr daher nicht mehr als 50 km pro Stunde. Das war einem einheimischen LKW-Fahrer nicht schnell genug und so rollte er die kleine Karavane, die sich hinter mir gebildet hatte, von hinten auf.

Dass ihm dabei in nicht allzu großer Entfernung Verkehr entgegenkam, störte ihn nicht weiter. Schließlich war er mit einem 20-Tonner (oder schwerer) unterwegs und bretterte damit hupend an mir vorbei.

In Tavira angekommen (es war nach meiner Uhr bereits nach 20:00 Uhr), steuerte ich zunächst den Aldi an, weil ich nur noch zwei Schälchen Katzenfutter hatte und es Freitag war (Samstag ist bei mir Ruhetag).

In Tarifa fuhr ich gegen 12:30 Uhr los und bin ohne Pause durchgefahren. Auf dem Weg zum Aldi fuhr ich noch an einem Elektrogeschäft vorbei, dessen Türe offenstand. Hier wollte ich mir nach dem Einkauf noch eine Internetkarte holen.

Ich fuhr also nach dem Einkauf wieder zurück und suchte einen Parkplatz bei dem Elektrogeschäft. In der Nähe fand sich nichts und so stellte ich den Wagen in eine Sackgasse in einem Wohngebiet quer über vier oder fünf PKW-Parkplätze und ging zu Fuß zu dem Laden.

Pech gehabt: Jetzt war er geschlossen. Ich ging wieder zurück zu meinem Wohnmobil und fragte mich, wo ich mich bis zum Sonntag hinstellen könnte. So ging ich noch etwas weiter in die Sackgasse hinein und sah, dass die meisten Parkplätze leer waren.

Um den Wagen nicht direkt vor einem Haus stehen zu lassen, fuhr ich ihn noch etwas weiter unter ein paar Bäume, gegenüber von drei Wertstoffcontainern:

Erster Stellplatz in Tavira

Ich war dort noch keine Stunde gestanden, als ich von draußen jemanden laut im Vorbeigehen auf Englisch sagen hörte "Das ist hier kein Campingplatz!". Es war inzwischen halb neun und ich war ziemlich geschafft.

Ich wartete darauf, dass gleich die Polizei kommen würde, der ich dann sagen würde, dass ich Ruhe brauche und am Sonntag weiterfahren werde (ich wäre nicht freiwillig weggefahren).

Doch es geschah nichts. Auch den ganzen Samstag über blieb alles friedlich. In der Nacht schrie jedoch ein (Greif?)vogel immer wieder, was sehr störend war. Es hörte sich ähnlich wie Katzengeschrei an, jedoch kam es von oben und war viel lauter.

Neuer Platz

Am Samstag erkundigte ich mit meinem Faltrad die Umgebung und fand ein Neubaugebiet, in dem es bisher nur zwei Baustellen, aber ein fertiges Straßennetz mit 100% leeren Parkplätzen gab.

Nirgends ein Schild, dass man hier nicht parken dürfe, aber mein Verstand sagte mir, dass ein komplett leerer Platz nur dann leer ist, wenn hier regelmäßig "geräumt" wird.

Da ich aber auf dem aktuellen Platz weder bleiben konnte noch wollte, werde ich diesen Platz einfach einmal ausprobieren. Immerhin besteht ja die Möglichkeit, dass ich mich täusche.

Stellplatzwechsel

Am Sonntag morgen machte ich dann das Wohnmobil zum Stellplatzwechsel bereit. Während ich noch überlegte, ob ich nicht bis 9:00 Uhr oder 10:00 Uhr warten sollte, um niemanden zu stören, fuhr ein Auto an mir vorbei und hupte kurz. Nachdem draußen keiner war, dachte ich mir, dass das mir gegolten habe und ich mich nun hier verziehen soll.

Also schnappte ich mein Kätzlein und startete gegen 8:00 Uhr den Wagen, um ihn in das erwähnte Neubaugebiet zu stellen:

Zweiter Stellplatz in Tavira

Internetkarte

Von Freitag Abend bis Montag Vormittag war ich ohne Internetanschluss und es zeigten sich bereits die ersten Entzugserscheinungen. Also fuhr ich mit dem Fahrrad zu einem Laden von MEO.

Meine Erfahrungen mit MEO und anderen Mobilfunkanbietern kannst Du im nächsten Beitrag Mobiles Internet in Portugal nachlesen.

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