Sonntag, 18. Februar 2018

Neue, hochwertige Wohnmobile sind sehr teuer und erfüllen trotzdem oft nicht die Ansprüche des Nutzers.

Was bleibt ist der Gebrauchtwagenmarkt und/oder der Selbstausbau. Damit die Fahrzeugauswahl kein Reinfall wird, habe ich eine Reihe von Punkten zusammengetragen, auf die bei einem Kauf geachtet werden sollte.

Hersteller

Bevor ich nach dem eigentlichen Fahrzeug Ausschau hielt, erkundigte ich mich über die verschiedenen Hersteller. Hier waren mir die Qualität, die Ersatzteilversorgung und der Service am Wichtigsten.

Vor meinem Mercedes fuhr ich mehrere Jahre lang einen alten Fiat Ducato, der zwar einen robusten und zuverlässigen Motor hatte, aber das Drumherum viele Schwierigkeiten machte und auch viel Geld kostete, es instand zu halten.

Die vielen kleinen Mängel trübten die Freude am Fahrzeug sehr und kosteten neben Geld auch Zeit sie wieder in Ordnung zu bringen (soweit es sich noch lohnte).

In meinem Beitrag Peters autarkes 7,49 t Wohnmobil hatte ich schon erwähnt, dass ich meine Ersparnisse in hochwertige Sachwerte anlegen wollte und einen Fiat/Iveco/Peugot etc. sehe ich nicht als "hochwertig" an.

Gute LKW bauen in erster Linie Mercedes und MAN, aber auch Scania oder Volvo sind meiner Ansicht nach gute Marken. Ich schwankte lange zwischen MAN und Mercedes, entschied mich dann aber für letzteren, weil ich bei MAN öfter von Problemem mit dem Motor las und auch die Ersatzteilversorgung bei Mercedes meiner Meinung nach besser ist.

Bei Mercedes gibt es für ganz alte Fahrzeuge den Serivce Mercedes Benz Classic , der bei Bedarf Ersatzteile originalgetreu nachbaut.

Antriebsart

Als ich mich 2012/2013 nach einem geeigneten Fahrzeug umgesehen hatte, war für mich ein Allradantrieb kein großes Thema. Der Einsatzzweck war als mobile Wohnung vorgesehen, die (von Ausnahmefällen abgesehen) nur auf Straßen fahren würde.

Fahrzeuge mit Allradantrieb haben außerdem auch Nachteile:

  • Schwerer zu bekommen, da seltener
  • Teurer
  • Verbrauch mit zugeschaltetem Allrad ist deutlich höher
  • Wieder ein Teil mehr, das kaputt gehen kann
  • Mehrgewicht, das permanent mit transportiert werden muss

Bisher befand ich mich noch nie in einer Situation, aus der ich nicht selbst wieder herausgekommen bin. Das liegt in erster Linie natürlich daran, dass ich ohne Allradantrieb keine Risiken eingehe und Straßen meide, die für meinen LKW nicht geeignet sind.

Wer ein Wohnmobil nur zum normalen Reisen nutzen möchte, für den ist ein Allradantrieb auch nicht interessant. Benötigt wird er von den Abenteurern, die in die Wüste damit fahren möchten oder anderweitig unbefestigte Straßen bzw. Gelände erkunden möchten. Wenn Du also vorhaben solltest, in wirklich abgelegene Orte zu fahren, so ist ein Allradantrieb unverzichtbar.

Gewicht

Das zulässige Gesamtgewicht spielt bei einem Wohnmobil eine entscheidende Rolle. Die Menschen, die noch mit dem alten dreier Führerschein LKW bis 7,5 Tonnen fahren dürfen, werden immer weniger.

Daher produzieren die Hersteller von Wohnmobilen überwiegend Fahrzeuge, die mit dem normalen Führerschein gefahren werden dürfen.

Beträgt das Eigengewicht eines Wohnmobils bereits 3,1 Tonnen, so können nur noch 400 kg zugeladen werden - nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass 200 Liter Wasser schon 200 kg wiegen.

Daher sollte jeder vor dem Kauf/Selbstausbau eines Wohnmobils ausrechnen (oder wenigstens grob überschlagen), wie viel Gewicht er zuladen möchte/muss und dann mit dem Wunschfahrzeug bei der Probefahrt unbedingt auf eine Waage fahren.

Waagen gibt es überall, z. B. bei Schrott-/Recycling-/Speditionsunternehmen oder auf dem ländlichen Bereich überall dort, wo Landwirte Saatgut kaufen bzw. ihre Ernte verkaufen. Das kostet meist um die 5,- Euro und manchmal wird auch nichts verlangt.

Meinen Ausbau habe ich bis ins Detail geplant und genau ausgerechnet, wie viel das zu verbauende Holz etc. wiegt. Auch habe ich (bereits lange bevor ich mit der Planung begonnen hatte) mein gesamtes Inventar gewogen und wusste somit ziemlich genau, welche Zuladung mein Fahrzeug haben musste.

Das war dann auch ein weiterer Grund, der für einen 814er gesprochen hat:

  • Leergewicht vor dem Ausbau mit leerem Koffer und Ladebordwand: 5.050 kg
  • Koffergewicht: 950 kg
  • Leergewicht ohne Koffer mit Ladebordwand: 4.100 kg
  • Leergewicht mit Koffer ohne Ladebordwand: ca. 4.600 kg
  • Leergewicht nur Fahrgestell: ca. 3.650 kg
  • Leergewicht nach Ausbau mit 100 Liter Wasser und ohne Fahrer: 6.060 kg
  • Leergewicht im Fahrzeugschein eingetragen: 6.240 kg
  • Maximale Zuladung: 1.250 kg

Wer anstelle des schweren Holzkoffers einen deutlich leichteren GFK-Aufbau nimmt, der hat wirklich ausreichend Gewicht übrig für einen schönen Ausbau, bzw. ordentlich Zuladung.

Weil ich diesen schweren Holzkoffer habe, ist mein Fahrzeug fast bis zum zulässigen Gesamtgewicht beladen, was leider einen erhöhten Verbrauch zur Folge hat.

Alter

Ich habe eine Vorliebe für alte Fahrzeuge, insbesondere aus den 50er Jahren. Das war noch solide Handarbeit und die Fahrzeuge hatten einen Charakter. Daher hätte ich (zumindest bei Mercedes) keine Bedenken ein Fahrzeug zu kaufen, das älter ist als ich selbst (51).

Ich sehe da eher Probleme bei neueren Fahrzeugen, die mit Elektronik vollgestopft sind. Während meines Ausbaus war ich einige Tage in einer LKW-Werkstatt und habe bei der Wartung meines LKW mitgeholfen. Dabei sah ich einmal bei einem modernen LKW wie der Werkstattmeister im Führerhaus bei herumhängenden Kabelbäumen mit Hilfe eines Notebooks auf Fehlersuche ging.

Das mag in Deutschland bei gut geschultem Personal auch weniger ein Problem sein, stelle ich mir aber vor, dass ich mit meinem LKW z. B. in Marokko (Afrika) liegen bleibe, so wäre mir deutlich wohler, wenn das auch ohne Notebook zu reparieren ginge.

Eine Ausnahme würde ich bei einem Neukauf machen, denn hier sollte es (hoffentlich) nicht gleich zu Problemen kommen. Je älter aber Elektronik ist, desto leichter zeigen sich Fehler (z. B. durch kalte Lötstellen oder minderwertige Bauteile).

Leistung

Für einen LKW mit 7,5 Tonnen sind 97 kW (132 PS) nicht viel. Manche Berge muss ich im dritten Gang bei ca. 25 km pro Stunde hochschleichen. Das macht mir nichts aus, weil ich nicht auf der Flucht bin und ist für die meisten anderen LKW auch kein Problem, weil sie so schnell sind, dass sie zügig überholen können.

Wer aber selbst gerne schnell unterwegs ist, oder mit Allrad ins Gelände will, der sollte auf ausreichende Motorisierung achten. Hier dürfen es 170 PS und mehr sein, was sich dann natürlich auch im Verbrauch niederschlägt.

Fahrzeugauswahl

Nun kommen wir endlich zur Fahrzeugauswahl, bei der auch einiges zu bedenken ist. Den Kofferaufbau, den ich habe, würde ich beim nächsten Ausbau nicht noch einmal verwenden. Die größten Nachteile sind dabei:

  • Zu hoch (die Fahrzeughöhe beträgt insgesamt 3,60 Meter)
  • Zu hoher Einstieg (ca. 1 Meter)
  • Außenstehende Leiter
  • Fehlende Eingangstüre
  • Zu schwer (siehe oben bei "Gewicht")

Im Juni werden es vier Jahre, dass ich permanent in meinem Wohnmobil lebe und es gab in der ganzen Zeit nie Probleme mit der robusten Einstiegsleiter . Doch vor etwa 2 oder 3 Wochen bin ich beim Aussteigen die Leiter hinuntergesegelt.

Es muss wohl die dritte Stufe gewesen sein, bei der ich mit meinen Sandalen zu rutschen anfing und dann unkontrolliert hinunterschlitterte. Wie durch ein Wunder landete ich aber auf meinen beiden Füßen und konnte mich noch abfangen, so dass ich nicht auf die Erde fiel.

Gut, mit der Version mit Belag wäre das vermutlich nicht passiert, aber der hohe Einstieg ist einfach ein Sicherheitsmangel, den ich nicht noch einmal in Kauf nehmen würde. Es käme für mich nur noch ein Fahrzeug in Frage, das einen Einstieg ohne mobile Tritthilfe und ohne einer (auch fest montierten) Leiter ermöglicht.

Eine außenstehende Leiter hat auch immer den Nachteil, dass jeder gleich sieht, dass hier gecampt wird. Das ist bei einem erdnahen Einstieg nicht der Fall.

Ein weiterer, schwerer Kritikpunkt ist eine fehlende Eingangstüre. Wer (wie in meinem Fall) nicht schweißen und eine Türe selbst bauen kann, der muss entweder auf einen Fachbetrieb zurückgreifen oder eine fertige Wohnmobiltüre kaufen.

Meine fertig gekaufte Wohnmobiltüre ist zwar kein Schrott, jedoch von guter Qualität weit entfernt und hat dennoch rund 700,- Euro gekostet. Nach knapp drei Jahren schließt sie auch nicht mehr richtig. Von außen lässt sie sich noch gut ins Schloss drücken, aber von innen ist das nur noch schwer möglich.

Kurz gesagt: Eine ordentliche Wohnmobiltür nachzurüsten, kostet ordentlich Geld, das mit der richtigen Fahrzeugauswahl eingespart werden kann.

Fahrzeugspezifische Probleme

Das perfekte Fahrzeug zu finden, ist meiner Ansicht nach unmöglich. Dazu sind die individuellen Wünsche und Anforderungen zu vielfältig. Jedes Fahrzeug hat Vor- und Nachteile. Um sich auf die häufigsten Probleme einzustellen, gibt man einfach entsprechende Suchbegriffe bei Google ein (z. B. "%hersteller% %typ% typische probleme").

Dann weiß man, womit zu rechnen ist und auf was bei der Besichtigung besonders zu achten ist und bleibt vor unliebsamen Überraschungen (hoffentlich) bewahrt.

Bei meinem 814er war das Fahrgestell recht angerostet. Daher würde ich bei jedem 814er in jedem Fall das Fahrgestell kontrollieren.

Ich habe das Fahrzeug aber dennoch gekauft, weil ich es nicht für teuer hielt und in einer Werkstatt den Koffer abnehmen lies, um zu Hause das Fahrgestell zu entrosten (war mir wichtig, weil das später viel schwerer zu bewerkstelligen sein würde).

Händler oder privat?

Autohändler haben (zumindest bei mir) einen schlechten Ruf, weil es dort zu viele schwarze Schafe gibt. Ich selbst bin einmal vor sehr langer Zeit auf einen hereingefallen und bin daher sehr vorsichtig geworden.

Der Kauf bei einem Händler hat den Vorteil, dass er 1 Jahr Gewährleistung geben muss und den Nachteil, dass er Umsatz"steuer"* auf den Preis aufschlagen muss, die eine Privatperson nicht absetzen kann. Zudem ist die primäre Motivation beim Händler das Geldverdienen. Beim Privatmann kann der Grund z. B. die Hobbyaufgabe oder ein Neukauf sein.

Ich rate weder zu dem einen, noch zu dem anderen, weil es auch Privatbesitzer gibt, die einem nicht die Wahrheit sagen. In beiden Fällen sollte der gesunde Menschenverstand und etwas Menschenkenntnis vor einem Reinfall bewahren. Zieht jemand den Kauf bei einem ihm unbekannten Händler vor, so sollte er sich vorher eingehend über diesen informieren. Dank Internet dürfte das heutzutage kein Problem mehr sein.

* Steuern gibt es in der BRD nicht, weil die BRD kein Staat ist

Scheckheft

Ein Scheckheft war bei meinem leider nicht dabei, was mich im Nachhinein doch sehr stört. Wird ein Fahrzeug ordentlich behandelt, gibt es keinen Grund, warum das Scheckheft nicht mehr vorhanden sein sollte. Insbesondere dann, wenn alle anderen Unterlagen vollständig sind.

Es gibt eigentlich nur einen Grund, weshalb ein Scheckheft beim Verkauf nicht mitgeliefert wird: Es wurden nur wenige oder gar keine Wartungen gemäß dem Scheckheft vorgenommen.

Daher würde ich in jedem Fall nach dem Scheckheft fragen und warum es nicht mehr vorhanden ist. Selbst, wenn keine Wartungen mehr gemäß dem Scheckheft gemacht werden, so sollte doch nachvollziehbar sein, dass wenigstens die ersten fünfzig oder hunderttausend Kilometer alle Wartungen fachgerecht durchgeführt wurden.

Ich selbst habe derzeit kein Geld für einen Service in einer Mercedes-Werkstatt, die es in der Gegend, in der ich mich zurzeit befinde, auch gar nicht gibt. Daher kümmere ich mich um die wichtigsten Dinge alle selbst und werde das Fahrzeug erst wieder in einer Werkstatt überprüfen lassen, wenn es mir finanziell wieder besser geht.

Was man als vorheriger PKW-Besitzer bei einem LKW nicht vergessen darf, ist das Abschmieren. Dazu gibt es in der Bedienungsanleitung eine entsprechende Anzahl an Schmierstellen, die regelmäßig mit einer Fettpresse geschmiert werden müssen (ich mache das bei meinem Fahrzeug einmal im Jahr oder alle 2.000 km, je nach dem, was zuerst erreicht wird).

Anzahl Vorbesitzer

Ein meiner Ansicht nach nicht unwichtiger Punkt ist die Anzahl der Vorbesitzer. Der Erstkäufer hat am meisten Geld in die Neuanschaffung investiert und wird entsprechend gut mit dem Fahrzeug umgehen und es auch regelmäßig warten lassen, weil er weiß, dass er damit den Wiederverkaufswert erhöht.

Zum Zeitpunkt des Verkaufs war das Fahrzeug meist schon einige Jahre in Betrieb, hat inzwischen an Wert verloren und die weiteren Besitzer werden weniger motiviert sein noch viel Geld für den Service auszugeben. Daher ist ein Fahrzeug aus erster Hand natürlich immer besser, als eines mit mehreren Vorbesitzer.

Ich würde jetzt keines kaufen wollen, das mehr als zwei Vorbesitzer hatte. Meines hatte zwar drei, jedoch hat es einer davon nie gefahren. Sicher auch nicht optimal, aber angesichts weniger als 85.000 Originalkilometer für einen sechs Liter Motor auch kein großes Problem. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt.

Laufleistung

Motoren von LKW sind robuster, als PKW-Motoren und auf eine Laufleistung von rund 1 Million Kilometer ausgelegt. Das hängt jedoch stark von der Fahrweise und der Behandlung des Fahrzeugs ab. Daher lässt sich schwer ein Grenzwert festlegen, ab dem von einem Kauf abgeraten werden sollte.

Misstrauisch sollte man aber bei sehr alten Fahrzeugen werden, die nur ein paar hundert tausend auf der Uhr anzeigen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bereits die Million erreicht wurde und der Kilometerzähler wieder von 0 angefangen hat.

Das hängt jedoch sehr vom Einsatzzweck ab. Bei Feuerwehrfahrzeugen ist es keine Seltenheit, dass auch 20 Jahre alte Fahrzeuge nur ein paar tausend Kilometer auf dem Buckel haben, weil sie einfach nicht oft gefahren werden. Ältere Reisebusse und LKW die im Fernverkehr eingesetzt wurden, erreichen dagegen relativ schnell mehr als 1 Million Kilometer.

Würde ich mich für ein Fahrzeug mit hoher Laufleistung interessieren, wäre es mir wichtig, dass es höchstens zwei Vorbesitzer gehabt hätte und regelmäßig wenigstens das Öl gewechselt wurde. Besser wäre ein lückenloses Scheckheft für die ersten 100.000 km oder mehr.

Batterien

In einem Wohnmobil gibt es immer zwei Batteriesätze (wenn nicht, rate ich von einem Kauf ab):

  1. Einen Satz zum Anlassen des Fahrzeugs (Startbatterien)
  2. Ein Satz zur Versorgung des Aufbaus (Aufbaubatterien)

Anmerkung. Bei kleinen Wohnmobilen bzw. Fahrzeugen mit 12 Volt kann auch von jedem Typ nur eine Batterie verbaut sein, so dass hier nicht jeweils von einem "Satz" gesprochen werden kann. Bei LKW gibt es jedoch 24-Voltsysteme, die aus zwei hintereinander geschalteten 12-Voltbatterieren (= 1 Satz) erreicht werden.

Eine Startbatterie für den Aufbau zu verwenden ist in der Regel nicht sinnvoll, weil die Anforderungen zu unterschiedlich sind. Beim Starten wird ein extrem hoher Anlaufstrom für kurze Zeit benötigt. Dazu muss die Batterie bestimmte Eigenschaften besitzen.

Eine Aufbaubatterie muss im Gegensatz dazu über lange Zeit in der Regel kleine Ströme liefern und wird auch mit kleineren Strömen geladen. D. h. Ladetechnik und Batterie sollten zusammenpassen.

Wenn nichts anderes zur Verfügung steht, lässt sich auch eine Startbatterie eine zeitlang für den Aufbau verwenden, es ist aber nur als Not- und nicht als Dauerlösung zu sehen.

Eine Ausnahme hiervon bilden die von mir eingesetzten Lithiumzellen , die ich bei Bedarf auch zum Anlassen nehmen kann (was auch schon einmal vorgekommen ist).

Gerade, wenn ein Fahrzeug lange gestanden hat und nicht bekannt ist, wie die Batterien in dieser Zeit behandelt worden sind, kann es sein, dass sowohl Startbatterie, als auch Aufbaubatterie im schlechten Zustand oder gar defekt sind. Sind sie zudem schon einige Jahre alt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass neue angeschafft werden müssen (gute Batterien sind leider nicht billig).

Wer kein extra Batterietestgerät zur Verfügung hat, der kann sich mit einem einfachen Spannungsmesser einen Eindruck vom Zustand der Batterien verschaffen. Die Spannung sollte beim Einschalten von Verbrauchern (möglichst mit hoher Leistung) nicht wesentlich einbrechen und bei 12-Voltsystemen deutlich über 12 Volt liegen.

Wichtig ist natürlich auch die Kapazität der Aufbaubatterien. Diese sollte lieber zu groß, als zu klein sein. Mit meinen 200 Ah komme ich bisher sehr gut zurecht. Da es sich um deutlich tiefer entladbare Zellen handelt, als die handelsüblichen Aufbaubatterien, entspricht das geschätzten 260 Ah. Weitere Informationen dazu findest Du in dem Beitrag Wohnmobil Innenansichten .

Im Zweifelsfall hilft nur die Leistung und die ungefähre Betriebsdauer aller Verbraucher pro Tag zusammenzurechnen und abzuschätzen, ob die vorhandene Kapazität ausreicht. Sofern Platz für größere Batterien ist, ließen sich diese aber in der Regel problemlos ersetzen.

Gasinstallation

Rückblickend ist ein Gastank die deutlich bessere Alternative als eine Flaschenlösung. 5 kg Flaschen werden hier im Süden nicht verkauft. Bei der Tankstelle "Repsol", die es sowohl in Spanien, als auch in Portugal gibt, sind zwar 6 kg Flaschen erhältlich, die jedoch deutlich breiter als die 5 kg Flaschen sind und daher nicht in meinen Gaskasten passen.

Ohne Gastank bleibt mir nur das Auffüllen der Flaschen an einer Gastankstelle mit einem entsprechenden Adapter . Das ist zwar offiziell nicht erlaubt, wird aber in der Regel geduldet und ist für mich die beste Alternative, sofern kein Service zum Auffüllen in der Nähe verfügbar ist.

Bei einem Gastank muss auf die Größe und das Alter geachtet werden. Autogas (LPG) besteht aus einer Mischung von Butan- und Propangas.

Butangas ist günstiger als Propan, geht jedoch ab ca. 0 Grad nicht mehr in den gasförmigen Zustand über und kann somit bei kalten Außentemperaturen nicht mehr verwendet werden.

Daher ist der Propan-Anteil in Deutschland bzw. in kalten Regionen höher, als hier im Süden. Wozu ich das überhaupt erwähne? Weil beide Gassorten unterschiedlich schwer sind. 1 Liter Propangas wiegt 530 Gramm und 1 Liter Butangas wiegt 580 Gramm.

D. h. in einen Gastank, der 100 Liter fasst, passen bei einem 50:50 Gemisch (= 555 Gramm / Liter) rund 55 Kilogramm Flüssiggas.

Das ist im Vergleich zu den sonst üblicherweise verbauten 2 x 11 kg doch schon ganz ordentlich, darf aber im Winter nicht überschätzt werden.

Ich selbst habe keine Erfahrung mit dem Verbrauch von Gasheizungen und muss mich daher auf die Aussagen anderer verlassen. Demnach kann es bei Minustemperaturen sein, dass eine 11 kg Flasche nur 3-4 Tage hält. D. h. auch mit den üppigen 55 Kilogramm ist nach spätestens 3 Wochen Schluss und es muss eine Gastankstelle aufgesucht werden. Bei kleineren Tanks entsprechend früher.

Neuere Tanks benötigen keine wiederkehrende Prüfung mehr. Ältere Tanks sollten alle 10 Jahre überprüft werden. Die Gebühr dafür liegt bei 150,- Euro und mehr, also eine nicht zu unterschätzende Ausgabe. Daher ist es in der Regel sinnvoller das Geld für die Prüfung in einen neuen, prüffreien Tank zu investieren, bzw. beim Kauf darauf zu achten, dass bereits ein prüffreier Tank verbaut wurde.

Toilette

Zu diesem Thema habe ich bereits einen sehr umfangreichen und ausführlichen Erfahrungsbericht geschrieben und würde jede in einem Wohnmobil vorhandene Toilette gegen eine Trenntoilette ersetzen.

Eine Trenntoilette ist einfach unschlagbar in Sachen Strom-/Wasserverbrauch, Lärm, Betriebssicherheit, Standzeit und Entsorgung. Ich kenne keine bessere Lösung.

Dusche

Eine fehlende Dusche wäre für mich jetzt kein absolutes KO-Kriterium, nachdem ich jahrelang auch ohne gelebt habe. Allerdings ist sie schon ein großer Vorteil und sei sie noch so klein. Für jemanden, der jeden Tag joggen geht oder anderweitig ins Schwitzen kommt, wird sie vermutlich schon Pflicht sein.

Wasser / Abwasser

Nach meinen bisherigen Erfahrungen komme ich mit 200 Litern Wasser pro Monat aus. Darin ist alles enthalten: Trinkwasser, Körper- und Wäschepflege.

Je nach dem, wie lange jemand autark an einer Stelle stehen bleiben möchte, braucht er einen entsprechend großen Wassertank. Im Sommer sollte es jedoch nicht übertrieben werden, da hier die Bakterienbildung deutlich schneller ist, als im Winter.

Daher sind zwei separate Tanks keine schlechte Idee, falls einmal ein Tank "verseucht" werden sollte. Das "verseuchte" Wasser lässt sich noch immer problemlos zum Kochen, Duschen und Wäschewaschen verwenden.

Wer nur einen Tank hat, der sollte im Sommer darauf achten, dass er alle ein bis zwei Wochen etwas Desinfektionsmittel ins Wasser gibt.

Das Abwasser auch bei längerer Standzeit zu entsorgen, ist oft weniger problematisch. Wer wie ich fast vollständig auf Chemie verzichtet, der kann das notfalls auch einmal in die Natur kippen. In vielen Fällen ist aber auch eine Kanalisation nicht weit entfernt. Dann entleert man das Abwasser in einen Eimer und trägt ihn dorthin.

Dach

Beim Dach achte darauf, dass es dicht ist und die Aufbauten in einwandfreiem Zustand sind. Der Dachbereich (insbesondere die Säuberung desselben) wird häufig vernachlässigt, weil es aufwändig und nicht ganz ungefährlich ist, diesen instandzuhalten.

Das Dach meines LKW ist zum Beispiel nur bedingt begehbar, weil es nur aus ein paar Zinkspriegeln und einer nur wenige Millimeter dicken GFK-Schicht besteht. Ich mit meinem weniger als 70 Kilogramm kann auf den Spriegeln stehen, aber dazwischen möchte ich es nicht ausprobieren.

Bei den Aufbauten und auch dem Dach selbst, ist auf poröse Stellen, Risse und Vergilbungen zu achten. Letzteres lässt auf mangelnde UV-Tauglichkeit oder sehr hohes Alter schließen.

Bei den von mir verbauten Teilen achtete ich auf UV-Beständigkeit, dennoch sind meine als UV-Beständig ausgewiesenen Dachdurchführungen nicht UV-Beständig gewesen. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum mir eine bei der Demontage unter den Fingern regelrecht zerbröselt ist.

Daher würde ich im Zweifelsfall diese Komponenten vor einer längeren Reise sicherheitshalber austauschen. Eine oder zwei Kartuschen Dekaseal (wiederlösbarer Dichtstoff mit Klebeeigenschaften) sollten dennoch immer mitgeführt werden, da sich nie vorhersagen lässt, was passieren wird.

Sollte eine Dachluke beschädigt sein, so ist das im Normalfall kein Problem diese auszutauschen. Die meisten haben die Einheitsgröße von 40 x 40 cm (Ausschnitt) und lassen sich auch gegen andere Modelle ersetzen. Einzig auf den Platz auf dem Dach muss geachtet werden, damit die neue dort auch hin passt.

Durchstieg zum Fahrerhaus

Ein LKW, der zum Wohnmobil umgebaut wird, hat von Haus aus keine Verbindung zum Fahrerhaus. Daher rüsten viele eine Art Durchstieg vom Fahrerhaus zur Kabine nach (für einen "Durchgang" ist in der Regel kein Platz).

Wird das während des Ausbaus gemacht, ist das in vielen Fällen auch relativ gut lösbar. Wer einen Gebrauchten kauft, für den lohnt es sich aber kaum einen nachzurüsten, weil das sehr aufwendig und teuer ist und bereits genutzter Platz verloren geht.

Ein Durchstieg hat aber noch weitere Nachteile:

  • Durch die zusätzliche Öffnung dringt Lärm und Kälte ins Fahrerhaus und in den Aufbau, was mit entsprechendem Aufwand zu vermeiden ist
  • Die Öffnung darf keine tragenden Teile durchtrennen und wird durch diese in der Größe begrenzt
  • Die meisten Fahrerhäuser sind zur Wartung/Reparatur kippbar, was berücksichtigt werden muss
  • Die Fahrzeugtüren sind in der Regel schlechter abgesichert, als die Aufbautür. Daher muss der Durchstieg gegen Einbruch gesichert werden (wichtig auch bei Verschiffung)
  • Die Öffnung muss gegen Regen abgedichtet werden

Vom TÜV her gesehen sollte ein Durchstieg kein Problem sein, sofern dieser fachmännisch ausgeführt wurde und die Stabilität des Fahrerhauses und der Wohnkabine nicht beeinträchtigt.

Wer sich eingehender zu diesem Thema informieren möchte, der findet auf dem Allradlkw-Forum noch viele Beiträge dazu.

Extras

Tempomat

Auf längeren Strecken, ist ein Tempomat durchaus sinnvoll. Diesen habe ich bei meiner Fahrt nach Spanien und auch nach Portugal mehr als einmal vermisst.

Klimaanlage

Eine Klimaanlage wäre hin und wieder auch ganz nett gewesen, jedoch lässt es sich auch ohne leben. Die Tage, an denen ich wegen der Hitze tagsüber längere Zeit wie betäubt im Bett lag, lassen sich an einer Hand abzählen. Ein Lüfter hilft über das Schlimmste hinweg.

Rückfahrkamera

Sehr nützlich ist dagegen eine Rückfahrkamera. Dies umso mehr, je länger das Fahrzeug ist, bzw. man ohne fremde Hilfe rückwärts fahren muss. Ich habe zwar eine, jedoch funktioniert diese nicht richtig und liefert auch kein sauberes Bild.


Es gäbe noch mehr zu schreiben, jedoch fehlt mir dazu im Moment die Zeit. Falls Du aber Fragen hast, melde Dich gerne. Ich werde den Beitrag dann aktualisieren bzw. erweitern.

Solltest Du den Beitrag Wohnmobil Innenansichten noch nicht gelesen hast, empfehle ich das noch zu tun, denn darin beschreibe ich meinen eigenen Ausbau ziemlich genau und auch die Fehler, die ich gemacht habe.

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